Hude - Die Montagabende in Hude sind mittlerweile geprägt von den schweigenden „Spaziergängen“ der Gegner der Corona-Politik durch den Ort, die als nicht angemeldete Demonstrationen stattfinden. Und es gibt angemeldete Gegendemonstrationen auf dem Bahnhofsvorplatz, die mittlerweile deutlich mehr Bürgerinnen und Bürger mobilisieren, um ein Zeichen für Solidarität und Zusammenhalt zu setzen.

Am Montagabend waren es offenbar um die 20 Kritiker der Corona-Maßnahmen, die in Hude unterwegs waren. Zur angemeldeten Gegendemo unter Einhaltung der Corona-Regeln hatte wiederum eine Initiative Huder Bürgerinnen und Bürgern aufgerufen. Allerdings wurde es aufgrund der aktuellen Corona-Zahlen keine große Demo, sondern man lud zu Gesprächen mit Abstand ein, und es konnte der „Offene Brief“ für ein solidarisches Hude unterzeichnet werden, den Bürger, Parteien, Vereine, Kirche und weitere Institutionen gemeinsam auf den Weg gebracht haben (wir berichteten).

Laut Horst Krause vom Organisationsteam setzten im Verlauf des Abends weitere rund 65 Bürgerinnen und Bürger vor Ort ihre Unterschrift unter den Brief. Es gab zudem eine Ecke, wo eine Kerze zum Gedenken an die Opfer der Pandemie entzündet wurde. Wer wollte, konnte einen kleinen Text mitnehmen, den Pastorin Birte Wielage verfasst hatte. „Wir sorgen uns um die Folgen, die die Pandemie unter den Menschen anrichtet an Körper, Geist und Seele“, hatte die Pastorin unter anderem formuliert. „Wir sehen die existenzielle und wirtschaftliche Not, die durch die Pandemie entstanden ist: sowohl privat als in vielen Bereichen und Branchen regional, national und international. Wir sind dankbar für alles, was uns vor schlimmeren Folgen bewahrt. Wir geben die Hoffnung nicht auf, dass Vieles wieder gut werden kann, wenn wir zusammenhalten. Wir sind zum Dialog bereit mit allen, die Angst haben und sich Sorgen machen. Wir stehen für eine friedliche, tolerante und demokratische Gesellschaft.“

Klaus Derke
Klaus Derke Redaktion Hude