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Zukunft ungewiss Dietrich-Bonhoeffer-Klinik in Ahlhorn ist insolvent

Das Diakonische Werk im Oldenburger Land hat am Dienstag einen Insolvenzantrag für die Dietrich-Bonhoeffer-Klinik in Ahlhorn gestellt.

Das Diakonische Werk im Oldenburger Land hat am Dienstag einen Insolvenzantrag für die Dietrich-Bonhoeffer-Klinik in Ahlhorn gestellt.

Archiv/Diakonie

Ahlhorn - Die Dietrich-Bonhoeffer-Klinik (DBK) in Ahlhorn ist insolvent. Das hat Kerstin Kempermann, Pressesprecherin der Diakonie im Oldenburger Land, am Dienstag bestätigt. In einer Mitteilung heißt es: „Das Diakonische Werk im Oldenburger Land hat am Dienstag einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Oldenburg für die Dietrich-Bonhoeffer-Klinik gGmbH für Jugendliche und junge Erwachsene gestellt.“ Das liege daran, dass durch ein „Ungleichgewicht von Kosten und Erträgen“ die Zahlungsfähigkeit aktuell nicht mehr gegeben sei, erklärten die neuen Vorstände der Diakonie im Oldenburger Land Mario Behrends und Pfarrer Dr. Friedrich Ley, die auch Geschäftsführer der gGmbH sind.

Über die Klinik

Die Dietrich-Bonhoeffer-Klinik (DBK) in Ahlhorn ist eine Fachklinik mit 48 Behandlungsplätzen, die sich auf die medizinische Rehabilitation von jungen Menschen im Alter zwischen 14 und 25 Jahren mit Abhängigkeitserkrankungen spezialisiert hat. Die Klinik nimmt Patienten aus dem ganzen Bundesgebiet sowie aus dem Ausland auf. 

Ein besonderes Angebot ist die pädagogische Betreuung und Behandlung von Patientinnen und Patienten mit „Doppeldiagnosen“, wie zum Beispiel Psychose und Sucht. Sie werden von einem Team aus medizinischem Personal, Psychologen, Therapeuten und Erziehern begleitet. Pro Jahr werden circa 200 Patienten aufgenommen.

57 Mitarbeitende

Die Mitarbeitenden der Fachklinik sowie die Mitarbeitervertretung seien über den Insolvenzantrag informiert worden, heißt es weiter. Während der eingesetzte Insolvenzverwalter über die weiteren Schritte entscheidet, werde der Betrieb der Klinik fortgeführt, teilt Kempermann mit und stellt klar, dass die Gehaltszahlungen für die aktuell 57 Mitarbeitenden der DBK für drei Monate gesichert seien. In baldiger Zukunft stünden Beratungen mit dem Vorstand und der Klinikleitung über Perspektiven für die Klinik sowie Gespräche mit den Kostenträgern an.

Ursprünglich sollte die DBK in Ahlhorn geschlossen werden und die Einrichtung in einen Neubau in Oldenburg ziehen. Dort suchte die Diakonie bereits ein Grundstück in der Nähe zu ähnlichen Einrichtungen. Doch wie unsere Redaktion Ende Dezember vergangenen Jahres berichtete, stand der Umzug zu dem Zeitpunkt in den Sternen. Der Grund: Die Standortfrage war nicht abschließend geklärt, die Gespräche mit den Kostenträgern dauerten an. Die Aufgabe des Standortes Ahlhorn war zum damaligen Zeitpunkt mit einem erheblichen Sanierungsstau und der Gebäudestruktur begründet worden: Da eine Sanierung der Dietrich-Bonhoeffer-Klinik fünf Millionen Euro kosten würde, sei ein Neubau an einem anderen Standort favorisiert worden. 2027 und 2028 sollte die Einrichtung von Ahlhorn nach Oldenburg umziehen, doch diesen Plänen hat der Insolvenzantrag einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Wichtiger Beitrag

„Die Dietrich-Bonhoeffer-Klinik leistet mit ihrer Spezialisierung auf Jugendliche und junge Erwachsene seit 1980 einen wichtigen Beitrag zur Suchttherapie. Je früher eine Suchtproblematik erkannt und behandelt wird, umso besser sind die Chancen auf Heilung und Teilhabe an der Gesellschaft. Deshalb ist es für uns umso schwieriger, dass wir diesen Schritt nun gehen mussten“, betonen Mario Behrends und Friedrich Ley.

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