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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg

Die eigene Wohnung ist das nächste große Ziel

01.08.2014

Wildeshausen „Als ich mir das Haus in der Kleinen Straße vor gut drei Jahren zum ersten Mal angesehen habe, war das hier noch eine richtige Baustelle“, erzählt Thomas Gebhard. Der 41-jährige war einer der ersten Menschen mit Unterstützungsbedarf, die sich für einen Umzug vom „Zentralgelände“ der Diakonie Himmelsthür in Wildeshausen in ein kleines, gemeindeintegriertes Wohnen „mittendrin“ entschieden hat. Insgesamt leben 18 Personen mit Unterstützungsbedarf in dem ehemaligen „Hotel am Rathaus“ in Wildeshausen. Drei bis vier Personen bilden eine Wohngemeinschaft und teilen sich eine Küche.

„Es ist schön hier“, sagt Gebhard. „Alles, was ich brauche, gibt es in der Nähe des Hauses. Die Wege sind sehr kurz. Hier kann ich Kochen lernen und bin viel selbstständiger“, berichtet er stolz. „Ich habe mein Telefon im Zimmer und ein eigenes Bad, das ich mit niemandem teilen muss.“ Sein Zimmer teilt Thomas Gebhard nun zwar nicht mehr mit einem Mitbewohner, dafür aber mit zwei Meerschweinchen: „Flair und Sternchen sind immer bei mir“, berichtet er. „Ich reinige den Stall, kaufe Trockenfutter und schneide Möhren und Äpfel für die zwei.“ Nur manchmal gehe es in der Kleinen Straße 4 zu „wie im Kindergarten“ – wenn die Mitbewohnerinnen und Mitbewohner in „Lästerlaune“ sind.

Geboren wurde Thomas Gebhard in Hannover, aufgewachsen ist er in einem Kinderheim in Rotenburg an der Wümme. „Dort bin ich auch in die Heimschule gegangen“, erläutert er. „Mit 18 Jahren bin ich dann in den Mertenshof hinter Rotenburg gezogen, dort habe ich in der Gärtnerei mit angepackt.“ Heute arbeitet der junge Mann bei der Cateringgesellschaft Himmelsthür in Wildeshausen. „Ich richte Salate an, fülle Nachtisch auf kleine Teller und muss auch Geschirr spülen.“

Auch privat ist Thomas Gebhard gern in der Küche: „Ich koche an den Wochenenden häufig für mehrere Tage vor“, erzählt er. „Eine Mitarbeiterin hilft mir dabei. Besonders gern esse ich Eintöpfe, aber auch mal eine Pizza.“ Neben der Arbeit und dem Haushalt bleibt auch noch Zeit für Hobbys. Als „DJ Thommy“ ist er vor allem auf den Sommerfesten der Diakonie Himmelsthür in Wildeshausen bekannt – „ich lege kreuz und quer alles auf – das gefällt dem Publikum immer gut“, betont er.

Der Montag ist Thomas Gebhards Lieblingstag, denn da hat er Zeit für den Hengst Anton. Bereits seit einigen Jahren ist er Mitglied im Wildeshauser Reitverein und kümmert sich neben den Ausritten auch um die Pflege des Tieres: „Die Hufe müssen ausgekratzt und Anton muss gestriegelt werden“, erläutert der Tierfreund. „Außerdem muss jeder, der im Reitverein ist, auch regelmäßig die Reithalle ausfegen.“

Thomas Gebhard ist ein richtiger Wildeshauser geworden. Seit über einem Jahr ist er nun auch Mitglied der Schützengilde – natürlich mit kompletter Montur inklusive Zylinder und Holzgewehr. „Ich marschiere beim Gildefest mit und passe beim Kinderschützenfest auf die Kleinen auf. Ich helfe auch mit, am Pfingstsonntag die Gläser einzusammeln.“

„Mein nächstes Ziel ist die eigene Wohnung“, verrät Thomas Gebhard. Durch die Unterstützung der Mitarbeitenden in der Kleinen Straße fühlt er sich darauf gut vorbereitet. „Besonders mit meiner persönlichen Assistentin, die ich selbst unter den Mitarbeitenden auswählen konnte, spreche ich viel über meine Zukunftspläne.“

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