Wildeshausen - Gibt es noch eine Chance für „Die Kleine Kneipe“? Die Gaststätte, die seit Langem in der Heiligenstraße zuhause ist, muss dort ausziehen, weil der Gebäudeteil, in dem sie sich derzeit noch befindet, abgerissen und neu gebaut wird. Nun will Inhaber Reelf Berding die Kneipe im historischen Bahnhof in Wildeshausen neu eröffnen – das wird ihm aber verwehrt, wie Frank Stöver, Eigentümer des Bahnhofsgebäudes schildert.
Berding und er seien sich einig gewesen, so Stöver, dass „die letzte urige Wildeshauser Bierkneipe“ im alten Bahnhof „sehr gut passen würde“ – inklusive Biergarten. Der Bebauungsplan sei entsprechend geprüft worden, erklärt der Bahnhofs-Besitzer: Schon 2017 sei in dem Gebäude ein Kiosk und Café für den von ihm eingerichteten Hotelbetrieb genehmigt worden. „Dort dürfen auch Alkoholika ausgeschenkt werden.“ Im Bebauungsplan seien Schankwirtschaften „explizit erlaubt“.
„Unterstützung erhofft“
Wie Frank Stöver weiter ausführt, habe es auch ein Vorgespräch Berdings mit der Stadtverwaltung gegeben, in dem das Vorhaben als „machbar“ dargestellt worden sei. Es sei allerdings ein Bauantrag gewünscht worden. Und dieser wurde laut Stöver nun vom Landkreis Oldenburg abgelehnt mit der Begründung, dass die Stadt das Einvernehmen nicht erteilt habe.
Das wundert Stöver: „Anstatt einer negativen Stellungnahme hätte ich Unterstützung erhofft, wie man das Vorhaben hinbekommt – vor allem, weil vorher laut telefonischer Auskunft einer Schankwirtschaft nichts im Wege stand.“ Frank Stöver hat Bürgermeister Jens Kuraschinski und Vertreter der Stadtratsfraktionen zu einem Ortstermin am kommenden Montag eingeladen.
Er hofft, Politik und Verwaltung von seinen und Reelf Berdings Plänen überzeugen zu können. Schließlich sei gerade erst ein neues Stadtentwicklungskonzept vorgestellt worden, das unter anderem mehr Gastronomie in der Innenstadt fordere. „Eine Entwicklung eines Kiosk-Cafés zur vollständigen Schankwirtschaft sollte wohl für alle Wildeshauser und Bahnreisende von Nutzen sein“, argumentiert Stöver.
Abriss mit Verzögerung
Reelf Berding bleibt indes noch eine Galgenfrist: Der Abriss des Gebäudeteils, in dem „Die Kleine Kneipe“ zurzeit noch untergebracht ist, erfolgt nicht so schnell, wie von Eigentümer Timo Poppe erhofft. Poppe will – wie berichtet – die Häuserzeile an der Kleinen Straße 12 bis 14 komplett sanieren und damit diesen historischen Bereich der Innenstadt aufwerten.
Der rechte Teil des Eckhauses Kleine Straße/Heiligenstraße mit der Kleinen Kneipe darin ist aber abgängig und muss erneuert werden. Wegen der „allgemeinen Corona-Verzögerungen“ habe er jedoch noch keine Baugenehmigung erhalten, sagte Poppe am Dienstag. Mit Berding habe er vereinbart, dass dieser die Räume noch gastronomisch nutzen kann, bis die Genehmigung vorliegt.
