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Dietrich-Bonhoeffer-Klinik in Ahlhorn Suchtklinik soll nach Oldenburg verlagert werden

Die Dietrich-Bonhoeffer-Klinik in Ahlhorn: In der Suchtklinik werden junge Leute zwischen 14 und 25 Jahren therapiert.

Die Dietrich-Bonhoeffer-Klinik in Ahlhorn: In der Suchtklinik werden junge Leute zwischen 14 und 25 Jahren therapiert.

Diakonie

Ahlhorn/Oldenburg - Das Diakonische Werk plant die Schließung der Dietrich-Bonhoeffer-Klinik in Ahlhorn und den Umzug nach Oldenburg. Dort soll neu gebaut werden, wie Diakonie-Vorstand Thomas Feld unserer Redaktion erklärt. Es liefen Gespräche mit der Stadt Oldenburg wegen eines Grundstücks in Kreyenbrück. Die Diakonie suche die Nähe zu ähnlichen Einrichtungen.

In Kreyenbrück befindet sich bereits die Fachklinik Weser-Ems für legale und illegale Drogenabhängige, die ebenfalls in Trägerschaft der Diakonie ist. Unweit entfernt sind auch das Klinikum Oldenburg, die Kinderklinik sowie die Kinder- und Jugendpsychiatrie.

40 bis 50 Beschäftigte

Die Dietrich-Bonhoeffer-Klinik in Ahlhorn ist eine Fachklinik zur medizinischen Rehabilitation junger Leute zwischen 14 und 25 Jahren. Aus ganz Deutschland kommen sie zur Therapie ihrer Drogen-, Alkohol- oder Medikamentensucht nach Ahlhorn. Die Aufenthaltsdauer beträgt laut Feld durchschnittlich sechs bis acht Monate. Die 48 Plätze seien in der Regel alle belegt. Die Klinik zeichnet sich durch ein besonderes Behandlungsangebot für sogenannte Doppeldiagnosen (Sucht/Psychose) aus.

Seit April 2019 wird die Klinik von der Chefärztin Dr. Angela Wenzel geleitet, einer Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie. In der Bonhoeffer-Klinik arbeiten 40 bis 50 Beschäftigte.

Neues Konzept

Mit den Umzugsplänen wird auch ein neues Konzept verfolgt, erläutert Feld. Künftig solle nicht mehr nach Drogen differenziert, sondern stärker auf den Entwicklungsstand des Einzelnen geschaut werden. Nicht jeder 18-Jährige sei in seiner Persönlichkeit gleich weit entwickelt.

Im Moment werde das neue Konzept mit der Deutschen Rentenversicherung abgestimmt. Kostenträger der Suchtklinik seien in erster Linie die Rentenversicherungen und Krankenkassen.

Kosten von fünf Millionen

Dass der Standort Ahlhorn der Dietrich-Bonhoeffer-Klinik aufgegeben werden soll, hängt nach Darstellung von Feld auch mit einem erheblichen Sanierungsstau und der Gebäudestruktur zusammen. Es sei errechnet worden, dass die Sanierung der Gebäude fünf Millionen Euro kosten würde. Diese Summe sei nicht mehr weit weg von einem Neubau, so Feld. Deshalb sei die Standortfrage ins Spiel gekommen.

Zum Klinik-Komplex an der Dr.-Eckener-Straße gehören ein Verwaltungsgebäude, ein Wohn- und Therapiezentrum, ein Küchengebäude mit Besprechungsräumen und eine Sporthalle. Die Gebäude seien so angeordnet, dass sie schlecht zu kontrollieren seien. Das komme dem florierenden Drogenmarkt in Ahlhorn entgegen. Die Drogen könnten quasi direkt bis an die Fenster der jungen Patienten geliefert werden. Das sei nicht gut für die Klinik.

Ein weiteres Problem sei die Beschulung der jungen Leute. Eigentlich sollten Lehrer an die Dietrich-Bonhoeffer-Klinik abgeordnet werden. Das klappe mal und mal nicht, so Feld. Da erhofft er sich mehr Kontinuität in Oldenburg durch eine Kooperation mit den anderen Kliniken. Das Ziel sei eine Klinikschule.

Refinanzierung

Die Finanzierung eines Neubaus in Oldenburg ist nach Angaben des Diakonie-Vorstands noch nicht unter Dach und Fach. Feld wolle die Entscheidung aber dieses Jahr noch herbeiführen. Den Neubau müsse die Diakonie selbst finanzieren.

Zuschüsse wie sie die Krankenhäuser vom Land erhielten, gebe es nicht. Die Investition müsse sich in höheren Tagessätzen der Klienten widerspiegeln. Darüber werde mit den Kostenträgern – also Rentenversicherungen und Krankenkassen – verhandelt.

Der Umzug von Ahlhorn nach Oldenburg soll möglichst 2027 /2028 über die Bühne gehen.

Christoph Koopmeiners Redaktion Cloppenburg
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