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Direktvermarktung und Hofläden Hier in Hatten gibt es regionale Köstlichkeiten

Imke Harms
Schon voll auf Herbst eingestellt: Im Hofladen der Familie von Seggern in Dingstede ist Selbstbedienung angesagt.

Schon voll auf Herbst eingestellt: Im Hofladen der Familie von Seggern in Dingstede ist Selbstbedienung angesagt.

Ramona von Seggern

Sandkrug/Schmede/Munderloh/Dingstede - Kartoffeln, Fleisch, Marmeladen, Eier, Gemüse, Öl oder Suppen: Die Liste der Produkte, die in der Gemeinde Hatten regional aus Hofläden gekauft werden können, ist lang. Der wichtigste Vorteil liegt auf der Hand: Man weiß, wo’s herkommt. Aber mitunter ist der Einkauf auch etwas teurer. Passt das mit den derzeitigen Krisen noch zusammen? Unsere Redaktion hat eine Tour durch die Gemeinde gemacht.

Hofladen Denissen

Erst seit Mai dieses Jahres hat das kleine grüne Lädchen auf dem Hof Denissen in Kirchhatten geöffnet (Öffnungszeiten und Adressen in der Infobox). Nachdem die Familie ihren Schweinemastbetrieb auf die Offenstallhaltung umgestellt hatte, kam Frauke Denissen die Idee, die Produkte ab Hof zu verkaufen. Sie bietet zudem Bauernhofpädagogik für Kinder an. „Mir liegt es am Herzen, zu zeigen, wie Landwirtschaft funktioniert“, beschreibt sie. Aber es geht nicht nur um Kinder. Alle Interessierten bekommen die Chance auf eine Führung – und das wird gern angenommen. Der Zuspruch sei von Beginn an sehr gut. Aber:„An manchen Tagen bin ich sofort ausverkauft, manchmal warte ich auf Kundschaft“, berichtet Frauke Denissen lachend. Das Sortiment des Hofladens, das derzeit Produkte der eigenen Schweine, Eier eines benachbarten Hofes, Milchprodukte vom Diershof, eingekochte Suppen und Wurstwaren sowie Kunst und Deko umfasst, wird bald noch erweitert: Über Empfehlungen hat Familie Denissen den Kontakt zu einem Winzer aufgebaut.

„De Spieker“ in Dingstede

Der Hofladen der Familie von Seggern in Dingstede ist alteingesessen. Bereits vor 21 Jahren begann die Familie, Sonnenblumen vorne an Straße anzubieten, „das hat sich dann weiterentwickelt, wir haben Marmeladen dazugestellt oder Obst von unserer Streuobstwiese“, erzählt Ramona von Seggern. Leider habe das dazu geführt, dass viel geklaut wurde. Deshalb ist „De Spieker“ auf den Hof gezogen. Hier wird im Selbstbedienungs-Prinzip eine große Vielfalt angeboten: Selbst gebackenes Schwarzbrot, Obst und Gemüse. „Das Fleisch unserer Weiderinder vermarkten wir tiefgefroren“, so Ramona von Seggern. Die Hofkäserei Haferkamp aus Hurrel beliefert sie mit Milchprodukten. Außerdem ist Ramona von Seggern gelernte Floristin und bietet Blumen für alle Anlässe an. „Floristik und Lebensmittel, das ist eine gute Kombination. Alle, die etwas zu essen einkaufen wollen, nehmen gern noch einen Strauß mit – und umgekehrt.“ Noch gebe es genug Kundinnen und Kunden. „Zum Glück.“

Adressen und Öffnungszeiten

Wer in der Gemeinde Hatten wohnt und Lust hat, die Hofläden mal auszuprobieren, bekommt hier die Sammlung der Adressen.

Familie Denissen ist immer freitags von 15 bis 18 Uhr im Hofladen am Kuhlendamm 9 in Schmede anzutreffen, samstags von 10 bis 13 Uhr.

Der Hofladen in Munderloh von Familie Biebert steht für Kundinnen und Kunden immer von 8 bis 20 Uhr offen, es ist ein Selbstbedienungsprinzip mit Automat. Der befindet sich am Ziegeleiweg 2.

„Beef and more“ in Sandkrug am Speckmannsweg hat zwei Tage in der Woche geöffnet. Elke oder Kersten Backhus sind freitags von 9 bis 12 und 14 bis 18 Uhr zugegen, samstags immer von 9 bis 13 Uhr.

„De Spieker“ ist der Laden von Ramona und Marion von Seggern an der Kimmer Straße 7 in Dingstede. In dem frei zugänglichen Verkaufshäuschen können sich alle per Selbstbedienung zwischen 8 und 20 Uhr umsehen.

Auch kleinere Verkaufsstände von Landwirtinnen und Landwirten gibt es in der Gemeinde Hatten, hier ein kleiner Ausschnitt: Hof Schweers an der Bergstraße in Munderloh. Hier gibt es Eier. Hof Suhrkamp an der Haferkampstraße 14 in Sandhatten. In dem 24 Stunden geöffneten Verkaufshäuschen bekommt man Eier aus eigenem Mobilstall, Kartoffeln vom Urhof Dannemann, Honig von Deye, Marmelade sowie Käse von Haverkamps Hofkäserei. Echte Sandhatter Kartoffeln gibt es an der Haferkampstraße 18 bei Barkemeyer-Bruns. Die Hütte steht am Hof und ist Tag und Nacht geöffnet. Blumen, Kürbisse sowie Fleisch von Angus-Rindern hat der Hof der Familie Rüdebusch zu bieten.

„Beef and more“ in Sandkrug

Auch noch relativ jung ist der Laden „Beef and more“ der Familie Backhus aus Sandkrug. Seit Dezember 2021 betreiben diesen vor allem Kersten Backhus und seine Mutter Elke, „um noch ein Standbein zu haben“, sagt der 26-Jährige, der in diesem Frühjahr seinen Meister und Betriebswirt in der Landwirtschaft abgeschlossen hat. Hier werden hauptsächlich Angus- und Limousin-Rinder gehalten, deren Fleisch dann vermarktet wird. „Wir haben nach der Eröffnung einen riesigen Zuspruch bekommen“, berichtet Backhus. Teilweise seien einige Produkte immer gleich weggekauft worden. „Aber derzeit merkt man, dass die Leute ihr Geld zusammenhalten“, sagt der Landwirt. Dennoch sei das Feedback nach wie vor gut und die Rückmeldungen durchweg positiv.

Hof Biebert in Munderloh

In Munderloh setzt die Familie Biebert mit ihrer Direktvermarktung auf Nachhaltigkeit. „Wir haben den Anspruch, unseren Betrieb langfristig zum Tierwohl zu verbessern“, berichtet Nicole Biebert. „Wir bringen grundsätzlich immer zwei Schweine zum Schlachthof, um den Stress zu reduzieren. Geschlachtet werden Rind und Schwein in Wildeshausen, somit haben auch die Tiere keinen langen Transportweg“, geht Nicole Biebert ins Detail. Angefangen hat der Hofladen ausschließlich mit Eiern, „nach und nach haben wir das Sortiment erweitert.“ Auch Geflügel gibt es hier, das lebt in Kleingruppen in mobilen Ställen, der Schlachter kommt direkt auf den Hof. Und auch Käse gibt es, hergestellt in einer mobilen Käserei aus Munderloher Milch vom Nachbarn. „Wir wollen noch mehr den Fokus auf Regionalität setzen“, kündigt Nicole Biebert an. Erstmalig hat die Familie dieses Jahr Sonnenblumen angepflanzt, um daraus Öl zu pressen. „Das ist ein Test. Und wir haben gleich gemerkt, wie viel Arbeit dahintersteckt“, berichtet sie. Die Selbstbedienung in dem Laden funktioniere „meistens“ gut, wie Biebert sagt. „Wir merken, dass nach wie vor viel bei uns eingekauft wird, doch die Summen werden geringer. Man merkt schon, dass es etwas rückläufig ist.“

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