Dötlingen - „Gerade eben habe ich die Meldung bekommen, dass 40 Briefe fertig geworden sind.“ Hella Einemann-Gräbert vom Vorstandsteam des Dötlinger Vereins „Wi helpt di“ ist erstaunt über die positive Resonanz: Die 40 Karten mit Begleitschreiben hat der Kreativkreis der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Dötlingen jüngst vorbereitet. Noch bis Sonntag, 14. Februar, besteht die Möglichkeit, unter dem Motto „Mitmachen – Mut machen“ Briefe für Seniorinnen und Senioren ab 80 Jahre in der Gemeinde zu schreiben – damit diese sich in Corona-Zeiten weniger einsam fühlen. Initiiert von der Gemeinde Dötlingen, unterstützt „Wi helpt di“ diese Aktion.
Bilder und Erzählungen
Knapp 400 Briefe seien das Ziel, sagt Einemann-Gräbert. „Bei mir sind schon diverse Rückfragen eingegangen“, berichtet Ina Schäfer. Sie ist im Neerstedter Rathaus die Ansprechpartnerin für „Wi helpt di“. Ob selbst gemalte Bilder, Fotos, gute Gedanken, Erzählungen aus dem Alltag, Wünsche: Über diese und ähnliche Themen können die Verfasser schreiben.
Zu den Briefeschreibern gehört auch Jochen Schmidt. Der sechste Brief des Aschenstedters war am Dienstag gerade in Arbeit: „Für mich ist es ein zusätzlicher Zeitvertreib“, sagt der 70-Jährige. Der Grundtenor in seinen Briefen sei stets der Gleiche: „Ich stelle mich immer kurz vor – schließlich kennen die Empfänger mich nicht.“ Seinem sechsten Brief ist ein Foto seines vereisten Gartenteichs beigefügt. „Das Leben ist momentan wie eingefroren – aber das stimmt nicht“, schreibt Schmidt. „Das Leben ist anders, als gewohnt. Gemeinsam müssen wir da durch.“
Traumreise und Vorfreude
Seine Empfehlung in der derzeitigen Situation: „Eine Traumreise ins Land der Erinnerung. Und der Trick heißt Vorfreude – Vorfreude auf Dinge, die wiederkommen. Lasst den Kopf nicht hängen.“ Die Adresse lautet: Gemeinde Dötlingen, z.Hd. Ina Schäfer, Hauptstraße 26, 27801 Neerstedt. Die Briefe können anonym formuliert oder mit Absenderadresse verschickt werden. Zudem bittet die Gemeinde um den handschriftlichen Hinweis mit Unterschrift, dass der Brief vervielfältigt und veröffentlicht werden darf – falls ausreichend Schreiben vorhanden sind, ist ein „Mutmachheft“ geplant. Per E-Mail können die Briefe – am besten als PDF-Datei – geschickt werden an hella.einemann-graebert@t-online.de.
