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Appell An Politik Darum leuchten diese Gebäude in Dötlingen bald signalrot

Dötlingen - Wie viele Veranstaltungen für sein Unternehmen seit März ausgefallen sind, kann Jan Kratzmann auf Anhieb nicht aufzählen. „Einige“, sagt der Betreiber von „Kratzmann & Schweers Veranstaltungstechnik GbR“ mit Sitz am Heidkamper Weg in Neerstedt. Seine Kollegen und er wissen, dass es anderen Unternehmen wegen der Corona-Krise genauso geht – und beteiligen sich deshalb an „Night of Light“.

„Flammender Appell“

„Wir sind über Facebook auf die Aktion aufmerksam geworden“, erzählt Kratzmann, der 2011 zusammen mit Hans-Hermann Schweers die Dötlinger Firma gegründet hat. Die Idee der Aktion: In der Nacht von Montag auf Dienstag, 22. bis 23. Juni, werden die Teilnehmer bundesweit in mehr als 200 Städten zwischen 22 und 1 Uhr Gebäude mit rotem Licht illuminieren. „Ein flammender Appell zum Einstieg in einen Branchendialog, der die Vielfältigkeit und Systemrelevanz der deutschen Veranstaltungswirtschaft thematisieren soll“, heißt es seitens der Organisatoren.

Kratzmann und seine Kollegen werden das Firmengebäude sowie die Müller-vom-Siel-Kate und das Heuerhaus – beide Gebäude stehen am Rittrumer Kirchweg in Dötlingen – beleuchten. Logisch: Dort sind nicht nur Ausstellungen zu sehen, sondern werden auch Veranstaltungen von der Dötlingen-Stiftung ausgerichtet. „Mit Harald Meyer und Thea Freiberg von der Stiftung haben wir das abgesprochen“, ergänzt Kratzmann. Noch überlege er, das „Night of Light“-Logo an die Gebäude zu projizieren – um möglichen Schaulustigen einen Hinweis zu geben, worum es bei der Aktion gehen könnte.

Sorge darüber, dass es die „Kratzmann & Schweers Veranstaltungstechnik“ schon bald nicht mehr geben könnte, müsse man nicht haben: „Wir haben ja noch den Bereich Installation – damit halten wir uns ganz gut über Wasser.“ Das bedeutet, dass die Firma für langfristige Veranstaltungsprojekte Anlagen installiert und verkauft. „Bei der Aktion geht es jetzt nicht darum zu sagen: Uns geht es so schlecht. Es geht darum, zu zeigen: Diejenigen, die Veranstaltungen planen und durchführen, dürfen nicht länger auf dem Trockenen sitzen.“ Wegen des Coronavirus dürfen in Deutschland bis 31. August Großveranstaltungen nicht ausgerichtet werden.

Kratzmanns Kunden sitzen nicht nur im Landkreis Oldenburg, sondern auch im „Oldenburger und Bremer Raum“, in Jever (Friesland) und Wittmund (Ostfriesland). Zwar könnten beispielsweise Hochzeiten wieder gefeiert werden. „Aber niemand feiert richtig groß. Da geht es vielleicht um zwei Lautsprecher, die verliehen werden.“

Karte geplant

Einem ersten Aufruf zur Teilnahme an der Aktion seien laut Organisator binnen 72 Stunden mehr als 450 Unternehmen aus verschiedensten Bereichen der Veranstaltungswirtschaft gefolgt – stündlich würden es mehr. „Durch das vorläufige Verbot von Großveranstaltungen bis 31. August und einen danach noch folgenden Vorlauf zur Planung von Veranstaltungen gibt es einen 80 bis 100 Prozent-Umsatzausfall über einen Zeitraum von mindestens acht Monaten. Daraus resultiert eine akute Insolvenzgefahr für die gesamte Branche“, heißt es weiter in der Mitteilung.

Derzeit planten die Organisatoren, eine Karte zu erstellen, auf der zu sehen sei, wo überall am 22. Juni die roten Lichter angehen, informiert Kratzmann. Die Karte würde im Internet zu sehen sein:

Verena Sieling
Verena Sieling Redaktion Wildeshausen
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