Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Nach Brand am Bahnhof in Ganderkesee Vier Wirte ringen um Nachfolge für „Don Gantero“

Ganderkesee - Die Aufbruchstimmung geweckt haben Mitarbeiter des Kommunalservices mit dem „Durchforsten“ rund um das durch einen Brand schwer beschädigte ehemalige Bahnhofsgebäude. Auch eine Mitteilung der Verwaltung lässt hoffen, dass aus der unansehnlichen Brandruine rasch wieder ein einladendes „Tor in den Ortskern“ wird.

Bäume fallen am Bahnhof

Aus Verkehrssicherungsgründen seien die von einem Pilz befallenen Kastanien gefällt worden, teilte der Kommunalservice am Montag mit. Nicht so schnell wie das morsche Gehölz lassen sich jedoch die Schäden am ehemaligen Bahnhofsgebäude beseitigen.

Die Substanz des Gebäudes im Eigentum der Gemeinde Ganderkesee ist nach einem Feuer in der Nacht zum 14. Oktober 2020 schwer angegriffen. Auch das darin gelegene Restaurant „Don Gantero“ wurde zerstört.

Nach dem Brand sowie kurzer Diskussion um eine andere Nutzung oder einen Abriss fiel Ende 2020 der Beschluss: Das an den Gleisen gelegene Gebäude wird kernsaniert und soll auch weiterhin als Gastronomie genutzt werden. Auch bleibt der ehemalige Bahnhof in kommunalem Eigentum. Keine Chance sah der Verwaltungsausschuss indes für die Nutzung als Markthalle oder Bürgerhaus.

Festhalten an gastronomischer Nutzung

Diverse Konzepte haben Gastronomen nach dem Kauf und der Herrichtung des alten Bahnhofs durch die Gemeinde seit 2008 verfolgt: Das „Gleis Eins“ rutschte nach nur einem Jahr in die Insolvenz. Das gleiche Schicksal erlitt fünf Jahre später der Nachfolger „Bodega“. 2015 ging „Don Gantero“ an den Start. Der Name blieb, als im Juni 2020 eine neue GmbH übernahm. Durchs Feuer endete das Pachtverhältnis wegen „Unmöglichkeit der weiteren Nutzungsüberlassung“.

Inzwischen scheint die Verwaltung auch auf ihrer Suche nach einem künftigen Betreiber, der ein schlüssiges Konzept vorweist, ein Stück weitergekommen zu sein. Wie es in den kommenden Monaten weitergeht, teilte Gemeindesprecher Hauke Gruhn auf Nachfrage mit. Demnach gibt es vier Gastronomen, die sich bis zum Bewerbungsschluss am 15. Januar auf die Anzeige der Gemeinde gemeldet haben.

Bewerbungen prüfen

Wer das Erbe des „Don Gantero“ antreten will – und mit welchem Konzept – das verriet Gruhn nicht. Erst sollen die Bewerbungen geprüft und mit den Fraktionen abgestimmt werden. Ein nachfolgender Beschluss des Verwaltungsausschusses zur Auswahl werde aber mitgeteilt. Das soll noch im Frühling soweit sein. Und erst dann, wenn vertragliche Details geklärt sind, werde die Verwaltung die Kernsanierung beziehungsweise den Umbau in Auftrag geben.

Denn bei den Arbeiten werde der neue Wirt oder die neue Wirtin konzeptionell mit einbezogen. Bis dahin bleibt der zum Teil abgebrannte Dachstuhl wohl weiterhin nur notdürftig durch Planen abgedeckt und ein Bauzaun wird den Brandort provisorisch absperren. Der Abschluss der Sanierungsarbeiten ist für Ende 2021 geplant.

Auch wenn bis zur Wiedereröffnung noch viel Zeit ist, fordert Ratsfrau Doris Josquin (SPD) schon jetzt eine stärkere Beachtung der Barrierefreiheit. „Es gibt zwar eine Behindertentoilette und eine Rollstuhlrampe. Öffnen konnten Rollstuhlfahrer die Tür nicht, da eine Klingel fehlte.“ Das müsse sich ebenso ändern wie der nur über mehrere Stufen erreichbare Zugang zum Saalteil.

Das Feuer wurde gelegt

Dass Brandstiftung das Feuer verursacht hat, teilte die Staatsanwaltschaft Oldenburg kurz nach der Tat mit. Ob tatsächlich ein rechtsmotivierter Hintergrund vorliegt, stand nicht endgültig fest. Nicht ausgeschlossen bleibt weiterhin, dass der Brand Teil einer Serie rechter Brandstiftungen im Bremer Raum ist. Ebenso wie am „Don Gantero“ wurden an allen Brandorten nämlich rechtsradikale Symbole gefunden.

Thorsten Konkel
Thorsten Konkel Redaktion Ganderkesee
Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Kleine Kinder haben Fragen zu Schwangerschaft, Geburt und Stillen. In Oldenburg wollen Hebammen Unterrichtsstunden zu diesen Themen in den vierten Klassen geben.

PILOTPROJEKT IN OLDENBURG Schwangerschaft, Geburt und Stillen – Was Grundschüler bei Hebammen lernen

Anja Biewald
Oldenburg
Analyse
Bundeskanzler Olaf Scholz besucht den Katholikentag in Erfurt

SPD-WAHLKAMPF ZUR EUROPA-WAHL Zieht der Kanzler im Osten?

Kerstin Münstermann Büro Berlin
Delitzsch
Blick in die Räucherkammer bei Aal Bruns in Kayhauserfeld: Marco Pawlik ist mit der Qualität zufrieden.

DELIKATESSE NACH ÜBERLIEFERTER REZEPTUR Woher kommt der Zwischenahner Aal?

Kerstin Schumann
Kayhauserfeld
Der Bergpark Wilhelmshöhe: Hier befinden sich etliche Sehenswürdigkeiten.

NWZ-REISETIPPS: ABSTECHER NACH ... KASSEL Entspannte Stunden in historischen Parks

Kerstin Schumann
Kassel
Vor etwa einem Jahr eröffnete der Pflegedienst Paul-Lina seinen neuen Hauptsitz in Wittmund. Wegen eines Insolvenzverfahrens musste der Pflegedienst seinen Betrieb aufgeben.

STANDORTE IN WITTMUND UND EMDEN Insolvenz bei Pflegedienst Paul-Lina – So geht es für die Kunden weiter

Kim-Christin Hibbeler
Wittmund