Dötlingen - Die Dötlinger Dorfeiche am Tabkenhof: Sie ist ein Begriff, der untrennbar mit dem Ort verbunden ist. Geredet wird in diesem Zusammenhang immer von der tausendjährigen Eiche, die auf vielen Fotos zusammen mit dem größten reetgedeckten Niedersachsenhof und der St.-Firminus-Kirche als Motiv für viele Anlässe dient. Doch der Eiche geht es schlecht.
„Wer vor 30 oder 40 Jahren den Baum fotografiert hat, der sieht noch eine ganz andere Erscheinung einer solchen alten Eiche“, erklärte dazu Helmut Titschack am Mittwoch unter dem einzigen verbliebenen, aber dennoch mächtigen Zweig. Er ist Privatforstrat und öffentlich bestellter und anerkannter Baum-Sachverständiger aus Hude.
Akuter Handlungsbedarf
„Die Entscheidung für oder gegen die Eiche musste jetzt fallen“, hob Titschack, der sich auch Baum-Rat nennt, hervor. Schon im März fanden erste Gespräche statt. Am Mittwoch nun haben Mitarbeiter von Landmaschinen Tonne in Neerstedt ein Scherenständer-System unter dem großen Ast montiert.
„Das ist auch dringend notwendig, denn er ist von innen hohl. Bei einer Eiche aber nicht das ganz große Problem.“ Die Lebenssäfte können auch in wenigen intakten Jahresringen im Gegensatz zu anderen Laubbäumen transportiert werden. Doch durch die beiden letzten sehr trockenen Sommer und diesen sehr heißen August 2020 sind die Bäume im Stress.
Das zeigen auch vielerorts bei der Eiche sogenannte Grünast-Brüche. „Die Vorschädigung ist da. Die Eiche als Lebewesen reagiert und entledigt sich nicht mehr notwendiger Zweige.“ Schlimmstenfalls hätte das auch an der alten Dorfeiche der Fall sein können. Titschack: Eigentlich sei es schon ein Wunder, dass noch nicht mehr an der Eiche passiert sei.
Ast in Stahlhalbschalen
Nun aber wird der Altast mit dem Scheren-System gesichert. Der Ast liegt dabei in Stahlhalbschalen mit variablen Dämpfern. „So wird ein Verdrehen des Astwerkes verhindert und damit auch ein Bruch“, meinte der Sachverständige.
Jetzt soll die Aktion zur Sicherung der Dötlinger Dorfeiche, getragen durch die Gemeinde Dötlingen und die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises, noch einige Jahrzehnte für einen sicheren Stand sorgen. Damit kann der Baum auch künftig als beliebtes Fotomotiv herhalten.
