Sage - Wer aus Ahlhorn kommend nach Sage reinfährt, sieht am Ortseingang rechter Hand ein umzäuntes Gelände. Mittendrin steht das Stahlskelett einer alten Halle. Früher war das die Auto- und Lkw-Werkstatt der Raststätte B69. Die Zeiten sind längst vorbei. Jahrelang lag das Gelände brach. Doch seit diesem Jahr ist dort Bewegung. Gebäude wurden zurückgebaut. Eigentlich wollte ein Investor aus dem Ort das 14.000 Quadratmeter große Gelände ausschließlich mit Wohnbebauung überplanen. Nun hat er sich entschieden, das Ständerwerk zu sanieren und die Halle neu aufzubauen.
Wie er unserer Redaktion sagte, hängt das mit dem Lärmschutz zusammen. Bei einer reinen Wohnbebauung hätte er eine mehrere Meter hohe Lärmschutzwand errichten müssen. Künftig wolle er die Halle zum Teil selbst nutzen und zum Teil verpachten. Auf dem Dach der 24 mal 48 Meter großen Halle soll eine Photovoltaikanlage montiert werden. Trotz der Halle sei noch genug Platz für mehrere Doppelhäuser und Gebäude mit vier Wohnungen.
Planung zugestimmt
Der Planungs- und Umweltausschuss der Gemeinde Großenkneten hat sich nun mit dem entsprechenden Flächennutzungs- und Bebauungsplan „Sage – Sager Straße“ beschäftigt und dem Entwurf zugestimmt. Auf dem Areal befindet sich auch noch die Gaststätte „Lounge B69“. Nördlich angrenzend hat der Tennisverein Sage seine Spielstätte samt Vereinsheim. An der Straße „Friedenseiche“ befinden sich Wohnhäuser. Diese werden planungsrechtlich abgesichert und im Bestand festgelegt.
Die Erschließung erfolgt über die bestehenden Verkehrsflächen. Im Norden wird der B-Plan durch die Straße „Dorfkamp“ (L 871) begrenzt, im Westen durch die Sager Straße (L 870). Östlich reicht der Plan teilweise bis zur Straße „Sager Schweiz“, im Süden bis zur Straße „Unter den Buchen“. Der nordöstliche Teil des Plangebietes wird aufgrund der Geruchsimmissionen durch landwirtschaftliche Betriebe nutzungsbeschränkt.
Ortscharakter stärken
Die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr hat zur Stärkung des innerörtlichen Charakters angeregt, den Straßenraum umzugestalten, inklusive Fuß- und Radweg samt Straßenbeleuchtung. Das wäre sicherlich auch im Sinne von Bürgermeister Thorsten Schmidtke, weil es sein Ziel ist, den südlichen Ortseingang aufzuwerten und mit der neuen Planung auf dem Gelände „den letzten Schandfleck in Sage“ zu beseitigen. Jedoch ist die Gemeinde weder Baulastträger noch Grundstückseigentümer. Aus- und Umbauten obliegen der Straßenbaubehörde.
Ratsherr Dirk Faß (Sage-Haast) regte an, das Regenwasser vom Dach der Lagerhalle durch ein Rohr unter der L870 hindurch in ein Biotop zu leiten. Das würde im Sommer nämlich regelmäßig trockenfallen. Um das zu realisieren, müssen aber verschiedene Parteien ins Boot geholt werden.
