Hatterwüsting - Ein ganzer Sack voller Postkarten, 100 an der Zahl, wird in wenigen Tagen im Kultusministerium in Hannover eintreffen. Adressat ist Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD), Absender Eltern aus der Gemeinde Hatten. Die Motive der ursprünglich schlichten Blanko-Postkarten haben die 75 Mädchen und Jungen des Kommunalen Kindergartens Alte Dorfschule in Hatterwüsting gemalt.
Bunte Hingucker, aber aus Sicht der Erwachsenen ist noch wichtiger, was auf der anderen Seite stehen wird: Der Wunsch nach einer dritten Erzieherin pro Kindergarten-Gruppe. „Die Aktion ging von den Eltern aus, was uns natürlich freut. Wir Mitarbeiter unterstützen sie somit gerne“, erzählt Gabi Arians, Leiterin in Hatterwüsting. Bürgermeister Christian Pundt sei als Dienstherr ebenfalls informiert und habe seine Zustimmung signalisiert.
Zurzeit hat die Kita Alte Dorfschule 75 Kindergarten- und 30 Krippenkinder. Wenn am 1. August dann die Jüngeren aus der Krippe in eine Kindergartengruppe wechseln, werden „etwa vier bis fünf noch nicht trocken sein“, schildert die Kita-Leiterin ihre Erfahrungen. Das heißt in der Praxis, eine Erzieherin bleibe immer wieder allein mit über 20 Kindern, während die Kollegin Windeln wechsle.
Auch Aufgaben wie das regelmäßige Schreiben von Entwicklungsberichten müssten innerhalb der Betreuungszeiten erledigt werden. „Sprachförderung, bis hin zu Erziehungsaufgaben – den Kita-Mitarbeitern wird immer mehr übergestülpt“, beklagt Gabi Arians.
Die anderen Kindertagesstätten der Gemeinde sind ebenfalls angeschrieben worden. „Sie finden die Idee auch super und werden zum Teil auch Postkarten fertig machen“, freut sich Arians. Damit die Post aus Hatten nicht im Behördenalltag untergeht, wird sie gebündelt abgeschickt. „Wir packen alles in einen Sack und schicken den dann auf die Reise“, kündigt die Hatterwüstingerin an.
