Düngstrup - Die Freiwillige Feuerwehr Düngstrup hat einen, auf dem Hof Hespe-Meyer und beim Malerbetrieb Hero stehen nun außerdem Geräte frei zugänglich zur Verfügung. Die Rede ist von zwei neuen Defibrillatoren, die in Düngstrup mit großem privaten Engagement angeschafft wurden und das Projekt „Herzsicheres Düngstrup“ in die Tat umsetzen.
„Ich bin selbst Betroffener und im Ernstfall auf schnelle Hilfe angewiesen“, erzählt Gerd Hespe-Meyer im Wintergarten des Hofes gleich gegenüber von der Gaststätte Schönherr. Schon bei der Ankunft und dem Klingeln an der Haustür fällt das verplombte, transparente Gehäuse rechts am Eingang ins Auge. „So soll es ja auch sein. Im Notfall ist schnelle Hilfe notwendig und auch der freie Zugang zu dem Gerät“, sagt Hespe-Meyer.
Bei Herzproblemen kann ein AED – die Abkürzung steht für Automatisierter Externer Defibrillator – mit einer kinderleichten und sicheren Handhabung ohne besondere Vorkenntnisse Hilfe geben. „Aber an solch einen Apparat muss auch jeder drankommen können.“
Das geht bei dem Gerät der Freiwilligen Feuerwehr nicht. Es wird auf einem Fahrzeug bei den Einsätzen mitgeführt – ist also nicht öffentlich zugänglich. Deshalb setzte Hespe-Meyer sich für die Anschaffung von zwei weiteren Geräten in Düngstrup ein. Und das mit erheblichem Aufwand aus dem Kreis der Familie. Rund 3000 Euro wurden in das Crowdfunding-Projekt der Volksbank Wildeshauser Geest eingezahlt. 500 Euro kamen von anderen Spendern hinzu. Damit war die Hälfte der notwendigen 7000 Euro für die Anschaffung von zwei Geräten und die Wartung für acht Jahre sicher gestellt. Die andere Hälfte steuerte die Volksbank bei. Verbunden ist damit auch die Patenschaft von Hespe-Meyer und dem Malerbetrieb Hero.
Ein Erfolg, den sich Hespe-Meyer auf die eigenen Fahnen schreiben kann. „Das war aber auch nicht ohne Eigennutz“, sagt der Düngstruper. Erst in der vergangenen Woche musste er mit dem Krankenwagen ins Krankenhaus. Eben wegen Herzproblemen. „Das macht einen nachdenklich. Da hilft man gerne. Und es ist auch ein Stück Sicherheit für alle hier im Dorf, denn im Falle eines Herzstillstandes kann die schnelle Hilfe mit einem Defibrillator lebenserhaltend sein.“
In Düngstrup gibt es 48 Haushalte, vier Betriebe, die Gaststätte und das Dorfhaus. „Da kann schnell mal etwas passieren.“ Insofern freut sich der Landwirt, dass nun das erste Gerät offiziell übergeben wurde. In der Betriebshalle des Malerbetriebes Hero fand die vorgeschriebene Einweisung unter Wahrung der Abstände in Viruszeiten statt. „Das waren Personen, die dafür geeignet sind. Darunter drei vorgebildete Einheimische.“
In diesem Zusammenhang weist er auf das Ersthelfer-Projekt im Landkreis hin. Die Zahl der ehrenamtlichen Einsatzkräfte wächst. Ziel ist es, im Landkreis 1000 Ersthelfer auszubilden. Sie werden im Notfall per App benachrichtigt und können schnell vor Ort sein. Die beiden Defibrillatoren sind im Dorf so verteilt, dass sie fußläufig in rund drei Minuten zu erreichen sind. Eine Zeitspanne, die über Leben und Tod beim Herzstillstand entscheiden kann.
Während das erste Gerät bereits einsatzbereit ist, kommt das zweite wohl am nächsten Wochenende hinzu. „Es laufen noch Maurerarbeiten an einer Wand des Malerbetriebes in der Siedlung auf der anderen Dorfseite. Sind sie fertig, kann auch dieses Gerät im Notfall benutzt werden.“
