DüNSEN - „Wenn man das Schwarzbrot aus dem Ofen holt und wissen will, ob es gut durchgebacken ist, macht man am besten eine Klopfprobe mit einem Fingerknöchel. Wenn es hohl klingt, ist es gut.“ An diesen praktischen Tipp, den Rosemarie Troue als junges Mädchen von ihren Eltern bekam, erinnerte sie sich auf dem Backtag des Heimatvereins Dünsen auf dem Hof Jürgens. Als ihre Backform mit dem Brotteig gut eine Stunde in dem mit Buchenholz aufgeheizten, alten Steinofen gestanden hatte, führte sie den Test durch und stellte fest, dass er noch mal für kurze Zeit zurück in den Ofen konnte.

Diese Meinung vertrat auch Ilse Greszik, die ihr beim Hantieren am heißen Ofen behilflich war, denn auch sie wusste von der Klopfprobe. Während diese beiden Frauen sich noch im Backhaus verweilten, saßen ihre zwölf Mitbäckerinnen mit ihrem männlichen Anhang bereits im Partyschuppen auf dem Hof Jürgens zusammen und verkosteten verschiedene Sorten von Butterkuchen, Apfelstrudel, Pizza, Baguette und vieles mehr. „Der Butterkuchen braucht gerade mal zehn Minuten, bis er goldgelb gebacken ist", hieß es aus der Runde. Als der Heimatverein vor etwa 14 Jahren die gemeinsamen Backtage ins Leben gerufen habe, sei ihnen so mancher Blechkuchen leicht verkohlt, weil sie nicht bedacht hätten, dass der Backvorgang im auf 220 bis 240 Grad Celsius aufgeheizten Steinofen bedeutend schneller vonstatten gehe als im heimischen Küchenherd.

Inzwischen ist alles zur Routine geworden. Die Frauen bereiten die Kuchen- und Brotteige Zuhause vor und treffen sich dann zum Abbacken auf dem Hof von Renate und Adolf Jürgens. „Die Backwaren mit der längsten Garzeit, also die Brote, kommen nach hinten“, erläuterte Vorsitzende Jutta Hohnholz, Vorsitzende. „Der Butterkuchen, der am schnellsten wieder raus muss, liegt ganz vorne.“ In der Regel gibt es dreimal im Jahr einen Backtag. Der nächste ist am 7. Juli.