„Zweiter Container bestellt“ (NWZ vom 8. Februar)

„Mit dem Tausch von St. Peter-Schule und Hunteschule ist es wie beim Brexit: Jeder weiß, dass er falsch ist. Aber keiner will zurück.“ Diesem Zitat von Günter Lübke ist voll zuzustimmen.

Hier hat sich sogar eine Einstimmen-„Mehrheit“ für den umstrittenen Schultausch ausgesprochen. Der Brexit hat eine ganze Nation gespalten, der Schultausch leider unser ansonsten friedliches Wildeshausen. Die Folgen sind kaum angedacht, geschweige denn durchdacht. Dass zwei Schulen ihre Standorte tauschen ist nicht der eigentliche Aufreger, es sind die Nebenwirkungen, der Schülerzubringerverkehr. Dieser „Tausch“ wird einen Schulneubau für immer verhindern mit fatalen Folgen für uns alle; denn nun wird ein Schulneubau im größten Neubaugebiet um den Barg-loyer Weg nie erfolgen.

Sachstand heute: Fast alle Wildeshauser Schulen ballen sich an einer einzigen Stelle, in einem Umfeld von circa 500 Metern: Schulzentrum mit Hauptschule und Gymnasium, Realschule, St.-Peter-Schule und Holbeinschule.

Und nun lassen wir die einmalige Chance leichtfertig verstreichen, den historisch gewachsenen Irrsinn dieser Mega-Schul-Konzentration zu bereinigen. Genau jene Schülerzahl, die im Neubau beschult würde, könnte auf Dauer dem Mega-Schulzentrum entzogen werden, müsste nicht täglich per Bus dorthin gekarrt werden. Auf Jahre gerechnet auch ein sehr großer Kostenfaktor! Eine hauchdünne Ratsmehrheit, leider auch die Verwaltungsspitze (!!) kümmert das nicht? (...)

Ich meine: Der Bürgerwille aller Wildeshauser sollte zum Thema Schulneubau eingeholt werden. Nur nach einer Bürgerbefragung sollte eine so folgenschwere Entscheidung getroffen werden. (...)

Vor diesem Hintergrund müssten insbesondere alle Ratsvertreter nochmals in Klausur gehen und über den historisch zu sehenden Schulneubau unvoreingenommen reflektieren. Die eventuellen Mehrkosten sind Investitionen in unsere Zukunft. (...)

Ich schließe mit einem treffenden Spruch von Fußballidol Rudi Assauer: „Wenn der Schnee geschmolzen ist, siehst du, wo die Kacke liegt.“

Leo Kurth Wildeshausen