Moorbek - Als im Jahre 1709 die erste Schule in Holzhausen eröffnet wurde, gehörten auch die Orte Glane und Heinefelde auf Verordnung des Amtes Wildeshausen zum Schulbezirk Holzhausen. Die Bauern von Glane und Heinefelde mussten eine „Kontribution“ an den Holzhauser Lehrer zahlen. Doch wegen der weiten Wege (etwa sieben Kilometer) blieben die Schulkinder meistens zu Hause. Von 1760 bis 1883 gab es eine „Wanderschule“ für die Glaner und Heinefelder Schulkinder, das heißt die Bauern mussten abwechselnd einen Schulraum zur Verfügung stellen und den Lehrer aufnehmen und beköstigen. Fast jedes Jahr musste dorthin ein neuer Lehrer beordert werden. So gab es in Glane 30 Lehrerwechsel.
Lehrer Henking wirkte
Die längste Zeit, 18 Jahre, wirkte hier Lehrer Henking. Er erhielt von Pastor Barelmann, der die Inspektion versah, im Dezember 1869 das folgende Zeugnis: „Steht Henking auch in der deutschen Sprache, in der Geographie und der Geschichte hinter den Leistungen der Lehrer, die das hiesige Seminar besucht haben, zurück, fehlt ihm auch mal die Gewandtheit, die mehrere jüngere Lehrer haben, so hat er doch in den anderen Fächern, namentlich Religion, im Lesen und Schreiben und auch wohl im Rechnen das geleistet, was von einem Lehrer auf dem Lande nur erwartet werden kann. Er geht schlicht und einfach auf die Bibel und den Katechismus zurück, und die Kinder seiner Schule gehören zu meinen besten Konfirmanden. Sein Betragen war tadellos und es freuen sich die Eltern, ihn als Lehrer ihrer Kinder zu haben.“
An der Heinefelder Schule, die 1883 erbaut wurde, haben acht Lehrer nacheinander gewirkt, bis sie 1911 abbrannte. Die Chronik des Pfarramtes Huntlosen berichtet darüber wie folgt: „Die Schule in Heinefelde – errichtet für Schüler aus drei Gemeinden: Landgemeinde Wildeshausen, Großenkneten und Huntlosen – brannte ab. Nach längeren Verhandlungen wurde beschlossen, die Schule auf Huntloser Gebiet in Moorbek wieder aufzubauen, besonders in Rücksicht auf die Kolonisten in Hespenbusch und auf die Kinder in Amelhausen, deren Schulwege dadurch verkürzt wurden.“
Zweiter Klassenraum
Aus der Ratssitzung vom 15. November 1951 heißt es zum Tagesordnungspunkt Schulumbau: „Die Volksschule Moorbek verfügt nur über einen Klassenraum, der von zurzeit 67 Kindern besucht wird. Es sind zwei Lehrkräfte vorhanden, die Kinder gehen vor- und nachmittags zur Schule. Dies wird von den Eltern als ein Übel empfunden, sie bitten deshalb um den Einbau eines zweiten Klassenraumes. Hierfür wäre auf dem Boden Platz vorhanden. Von der Schulaufsichtsbehörde wird aber hiervon abgeraten, weil nach der Entwicklung der Schülerzahl damit zu rechnen ist, dass die Schule in absehbarer Zeit einklassig wird. In diesem Falle wäre es erwünscht, wenn der 2. Klassenraum zu ebener Erde läge, damit beide Räume von dem Lehrer beobachtet werden könnten. Dies hat zu dem Vorschlage geführt, das jetzige, neben dem Klassenraum liegende Schlafzimmer des Hauptlehrers unter Einbeziehung eines Teiles des Hausflures als Gruppenunterrichtsraum auszubauen und für die jetzige Nebenlehrerin einen Wohnraum im Dachgeschoss auszubauen, damit sie den von ihr zurzeit im Erdgeschoss bewohnten Raum für den Hauptlehrer freimacht.“
Die Schuljahre sieben und acht waren schon 1964 nach Huntlosen umgeschult worden. Schwierigkeiten gab es, auch die letzten 42 Schüler aus Moorbek in der Huntloser Schule nach den Osterferien 1966 unterzubringen. Bis zur endgültigen Fertigstellung der Klassenräume in Huntlosen musste das dritte Schuljahr weiterhin in Moorbek unterrichtet werden. Das Schulgebäude wurde ein Jahr später verkauft und ist heute ein privates Wohnhaus.
