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Benefiz-Partie In Wildeshausen: Die traurige Geschichte hinter dem Werder-Spiel

09.10.2015

Wildeshausen Am 2. August 2015 feierte Daniel Soppa aus Wildeshausen seinen 21. Geburtstag. Einen Tag später wäre er fast bei einem schweren Autounfall nahe Leipzig gestorben. Doch der gelernte Garten- und Landschaftsbauer kam glimpflich davon: Er saß in der Mitte, als der Transporter der Wildeshauser Kunstrasenfirma „Private Greens“ ungebremst auf einen voraus fahrenden Lkw prallte. Während Soppa mit Prellungen, Quetschungen und Schürfwunden davon kam, starb Fahrer Heiko Lobenstein noch an der Unfallstelle. Beifahrer Carsten Ender wurde mit unzähligen Knochenbrüchen, Quetschungen und inneren Verletzungen mit dem Hubschrauber nach Magdeburg geflogen. Er schwebte lange in Lebensgefahr.

Lauter Aufprall

Wie es zu dem Unfall kam, weiß Soppa nicht. „Carsten und ich sind auf der Fahrt irgendwann eingeschlafen und wurden von dem lauten Aufprall wach gerissen“, berichtet er. Die Feuerwehr rückte an, um die drei Eingeklemmten zu befreien, der Wagen war nur noch ein Haufen Schrott.

Anpfiff um 16:30 Uhr: Informationen für Zuschauer

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„Dass da überhaupt noch jemand lebend raus gekommen ist, grenzt an ein Wunder“, sagt „Private Greens“- Geschäftsführer Volker Sternberg. Auch er und Mitarbeiterin Michaela Granel werden den 3. August 2015 nicht so schnell vergessen. „Ich hatte Daniel morgens noch per SMS nachträglich zum Geburtstag gratuliert und wollte dann wissen, ob alles auf der Terminbaustelle in Leipzig läuft, aber keiner der drei ging an sein Handy“, erinnert sich die Leiterin des Innendienstes an das mulmige Gefühl, das sich kurz darauf einstellte.

Polizei vor der Tür

Wenig später stand die Polizei vor der Tür. Granel informierte ihren Chef, der sofort seinen gerade begonnenen Urlaub an der Nordsee abbrach. Gespräche mit den Angehörigen folgten. „Der Schock über Heikos Tod und die Sorge um Carsten waren groß“, erinnert sich Sternberg.

Freundschaftliches Duell für guten Zweck

Doch die Arbeit musste weitergehen, auch wenn das komplette Montageteam des kleinen Betriebs verunglückt war. „Es gab und gibt unheimlich viel Unterstützung von Freunden und ehemaligen Mitarbeitern“, freut sich Sternberg. Nach einigen Wochen kam auch Soppa an seinen Arbeitsplatz zurück – „mit einem ganz komischen Gefühl“, wie er sagt.

Ersatz für die verunglückten Kollegen in dem Spezialbereich zu finden, ist schwer. „Außerdem warten wir die Genesung von Carsten ab“, betont Sternberg. Doch die gestaltet sich schwierig. Inzwischen liegt der 53-Jährige auf der Sonderstation der Berufsgenossenschaft in Hachmühlen, wird von immer neuen Rückschlägen gebremst.

Einer der Menschen, die dort den Kontakt zu ihm halten, ist neben Ehefrau Ute Leipzigs Cheftrainer und Sportdirektor Ralf Rangnick. „Rangnick und ich haben schon länger geschäftlich miteinander zu tun und der schlimme Unfall hat ihn nicht losgelassen“, sagt Sternberg.

Hilfe für Familie

Rangnick war es auch, der die Idee zu dem Benefizspiel hatte. Als er erfuhr, dass der 46-jährige Lobenstein neben Ehefrau Tanja auch die drei Kinder Rene, Saskia und Fenja im Alter von 18, 12 und 9 Jahren hinterließ, war ihm klar, dass zumindest deren finanzielle Not gelindert werden muss. „Die Familie hat sich sehr darüber gefreut und wird am Freitag auch komplett dabei sein“, betont Sternberg. Das Spiel beginnt übrigens ganz bewusst nicht mit einer Schweigeminute, sondern einer kurzen Ansprache samt aufmunterndem Applaus.

„Meine Hochachtung gilt Wolfgang Sasse für die Organisation dieser Ausnahmepartie“, lobt Sternberg. Toll findet er auch, dass keiner an dem Spiel verdient, viele Sponsoren sich großzügig zeigten und sogar die Schiedsrichter auf ihre Entschädigung verzichten. So schön das alles aber auch ist, würden Sternberg und sein Team alles darum geben, die Zeit zurückdrehen zu können. „Einfach noch mal Geburtstag feiern und dann ganz normal weiter machen“, sinniert Soppa.

An das Autofahren hat er sich inzwischen wieder gewöhnt, auch wenn das vor allem als Beifahrer schwierig war. Nur sein Handy darf er auf keinen Fall längere Zeit im Auto liegen lassen, so wie letztens in der Mittagspause, als ihn keiner erreichen konnte.

RasenBallsport Leipzig hat bei der Deutschen Bank München ein Spendenkonto für die Familie von Carsten Ender eingerichtet: Der Betreff lautet „Benefizspiel Werder Bremen“, die IBAN ist: DE05 7007 0010 0203 5517 00.

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Uta-Maria Kramer Wildeshausen / Redaktion Wildeshausen
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