Wildeshausen - Die Schulranzen sind gepackt, die Schultüten liegen bereit: Etliche Kinder in Niedersachsen fiebern ihrer Einschulung am Samstag, 19. August, entgegen. Eines der Kinder ist Bente Salzmann aus Wildeshausen. Der Sechsjährige wird dann die Klasse 1c an der Wallschule besuchen. Auch seine große Schwester Gretje geht zur Wallschule, für sie beginnt nun das zweite Schuljahr.
Die vierköpfige Familie hat daher schon einige Vorkenntnisse in Sachen Einschulung. „Es ist einfacher, da wir die Erfahrung bereits einmal gemacht haben“, erklärt Vater Florian Salzmann. „Letztes Jahr waren wir aufgeregter. Diesmal sind wir entspannter, da wir wissen, was uns erwartet“, sagt auch Mutter Yvonne Salzmann.
Vorfreude und Nervosität
Einer aktuellen Berechnung des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes zufolge kostet die Ausstattung eines Erstklässlers im Neuzustand rund 970 Euro. Im vergangenen Jahr forderte der Sozialverband Deutschland in Niedersachsen kostenlose Schulmaterialien für alle Familien, unabhängig vom Einkommen. Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft und die Landesarmutskonferenz setzen sich für mehr Unterstützung ein. Seit dem 1. Januar 2023 erhalten hilfsbedürftige Schüler pauschal 174 Euro für schulische Ausgaben. Zudem ist es in Niedersachsen möglich, mithilfe der entgeltlichen Ausleihe von Lernmittel über die Schule Kosten einzusparen.
Alle Schulmaterialien für ihren Sohn haben sie bereits angeschafft, die Schultüte ist gefüllt und Ranzen und Sportsachen sind ausgewählt worden. Die Schulbücher kann Bente von seiner großen Schwester übernehmen. Dennoch bringe eine Einschulung einiges an Kosten für die Familien mit sich. Familie Salzmann ist deswegen froh, dass sich auch Verwandte an der Anschaffung aller benötigten Utensilien beteiligen.
Bente fiebert derweil seinem großen Tag entgegen. „Ich freue mich schon doll auf die Schule“, sagt der Sechsjährige stolz. Besonders den Sport- und Sachunterricht und das Fangenspielen in der Pause kann er kaum erwarten. Trotzdem mischt sich seine Vorfreude mit Aufregung vor dem Unbekannten. Die Nervosität konnte ihm auch der Schnuppertag an der Schule nicht ganz nehmen. Als Eltern wollen sie Bente unterstützen und seine Ängste nicht klein reden, betont Yvonne Salzmann. Dabei sei es hilfreich, den Schulablauf bereits ein Jahr mitbekommen zu haben: „Wie der Stundenplan aussieht, wie der Pausenhof gestaltet ist oder wie die Frühstückspause abläuft, konnte Bente bei seiner Schwester beobachten“, erzählt die Mutter.
Schulweg geübt
Auch der Schulweg ist Bente vertraut, da er seine Schwester vor dem Kindergarten oft zur Bushaltestelle begleitet hat. „Die Busfahrerin wollte mich immer mit zur Schule nehmen, aber ich habe noch ,Nein’ gesagt“, scherzt Bente. Das wird sich nun ändern: Gemeinsam mit seiner Schwester und seinen Freunden wird er morgens in den Bus einsteigen. Das Überqueren der Harpstedter Straße, um von der Bushaltestelle nach Hause zu kommen, hat er gemeinsam mit seinen Eltern geübt.
Der Schulbeginn ihrer Kinder bedeutete auch für die Eltern eine große Umstellung. Da sie selbst in Rostock zur Schule gegangen ist, musste Yvonne Salzmann das niedersächsische Schulsystem erst kennenlernen. Und auch beruflich hat es Veränderungen gegeben: Yvonne Salzmann, die bei Getränke Nordmann in Wildeshausen tätig ist, reduzierte bereits im letzten Jahr ihre Arbeitsstunden, um nach der Schule mehr Zeit für die Kinder zu haben.
Pläne nach der Schule
Da alle Vorbereitungen abgeschlossen sind, kann sich die Familie ganz auf die Feier konzentrieren. Mit Großeltern und Verwandten wird am Samstag nach der Einschulung gegrillt. Dann wird Bente auch seine Schultüte auspacken können. Unter anderem Süßigkeiten und das T-Shirt der Schule sind darin eingepackt, verraten die Eltern.
Auch wenn die Schule für viele Jahre seinen Alltag prägen wird, Ideen für danach hat Bente schon jetzt. Die Reiterstaffel der Polizei oder die Meeresbiologie stehen auf dem Zettel, ganz festgelegt hat sich der Sechsjährige noch nicht. „Aber es schadet nie, einen Plan zu haben“, schmunzelt seine Mutter.
