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Energieexperten aus Sandkrug „An Wärmepumpe und PV führt kein Weg vorbei“

Haben als Energieexperten die Verunsicherung der Bürger unmittelbar miterlebt: Ana Paula Servidoni-Poel und Jan Poel.

Haben als Energieexperten die Verunsicherung der Bürger unmittelbar miterlebt: Ana Paula Servidoni-Poel und Jan Poel.

privat

Sandkrug - Das Hickhack ums Gebäudeenergie-Gesetz vor der Sommerpause des Bundestags in Berlin scheint weit weg zu sein. Aber seine Folgen sind bis in Sandkrug zu spüren. „Die Verunsicherung der Menschen war währenddessen und in den Wochen danach schon enorm“, erzählt Ana Paula Servidoni-Poel. Sie muss es wissen. Gemeinsam mit ihrem Mann Jan Poel hat sie sich vor etwa einem Jahr in Sandkrug mit der ASP Energieberatung selbstständig gemacht.

„So langsam legt sich wieder die Aufregung nach der unglücklichen Kommunikation“, fasst Jan Poel seine Eindrücke zusammen. Gesucht werden nichtsdestotrotz verlässliche Antworten. Zum Beispiel: Lohnt sich langfristig nun eine Wärmepumpe und wie sieht es aus, wenn es nicht ums Beheizen eines Neubaus geht, sondern um wohlige, bezahlbare Wärme in einem Altbau?

Schritt für Schritt

Generell empfiehlt Ana Paula Servidoni-Poel – qualifiziert als BAFA-Energieberaterin und KfW-Energie-Effizienz-Expertin jeweils mit dem Schwerpunkt Wohngebäude – ein Vorgehen „Step-by-Step“. Das heißt gerade im Altbestand, dass energetisches Sanieren vor der Entscheidung für eine bestimmte Technik und den Einbau einer neuen Heizung kommt. Das Duo ist davon überzeugt, dass an einer Wärmepumpe und Photovoltaikanlage langfristig kein Weg vorbeiführt, zum einen aus Klimaschutzgründen, zum anderen, um die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu vermindern.

„Häuser mit Baujahren ab 1995 sind in der Regel schon ganz gut isoliert und wärmepumpentauglich“, sagt sie. Bei Immobilien aus den Jahren 1978 bis 1994 reichten oft schon eine Kerndämmung der Außenwände und ein Scheibentausch, um sie wärmepumpentauglich zu machen. Bei Häusern, die vor 1978 gebaut wurden, seien meist größere Sanierungsmaßnahmen erforderlich. Das bedeutet aber nicht, dass die Wärmepumpentechnik nicht auch hier sinnvoll sein könne, betont Jan Poel. Nicht einmal eine Fußbodenheizung sei dafür eine zwingende Voraussetzung. „Wenn die Dämmung stimmt, müssen eventuell die alten Heizkörper vergrößert werden, um die geringere Temperatur des Heizungswassers auszugleichen. Ohne einen hydraulischen Abgleich geht es nicht“, sagt er.

Physik überall gleich

Seine Frau hat im Laufe ihres Studiums (Bachelor of Science in Physics, Master of Science in Geologie) und danach Länder wie die USA kennengelernt. Dort, aber auch in Skandinavien oder Japan, ist die Wärmepumpentechnik schon lange etabliert und stößt nicht auf so viele Vorbehalte wie in Deutschland. „Es funktioniert in vielen anderen Ländern der Welt“, sagt sie – und die physikalischen Gesetze sind schließlich überall gleich.

Fast noch schlimmer als nichts zu tun, sei allerdings Aktionismus, betonen die Energieexperten. Wenn nicht aufeinander abgestimmte Veränderungen in Wohnungen und Häusern erfolgten, könne das am Ende teuer werden. Zum Beispiel, weil Förderanträge nachträglich nicht mehr möglich sind, oder bauliche Veränderungen den Handlungsspielraum einengen. Verhindern könnten dies individuelle Sanierungsfahrpläne (iSFP), wie sie z. B. ASP (www.asp-energieberatung.de) erarbeitet.

Für Menschen, die gerade planen, eine Immobilie zu erwerben, hat das Duo noch einen Tipp. Aus Erfahrung sei es immer empfehlenswert, vor dem Kauf einen externen Gebäudethermografen hinzuzuziehen und sich nicht auf vorgelegte Energieverbrauchsausweise zu verlassen. Denn Papier ist bekanntlich geduldig.

Werner Fademrecht
Werner Fademrecht Redaktion Hatten
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