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Energiekrise in Bookholzberg Elektrobetrieb bangt um Aufträge

Setzen seit Jahresbeginn vermehrt auf Photovoltaik-Aufträge: André Hasselberg (vorne links), Geschäftsführer von Elektro Hasselberg in Bookholzberg, und seine Frau und Buchhalterin Jenna (hinten rechts), hier beim Besuch von CDU-Landtagskandidatin Nadja Lampe und Ganderkesees stellvertretendem Bürgermeister Cord Schütte (CDU).

Setzen seit Jahresbeginn vermehrt auf Photovoltaik-Aufträge: André Hasselberg (vorne links), Geschäftsführer von Elektro Hasselberg in Bookholzberg, und seine Frau und Buchhalterin Jenna (hinten rechts), hier beim Besuch von CDU-Landtagskandidatin Nadja Lampe und Ganderkesees stellvertretendem Bürgermeister Cord Schütte (CDU).

Thilo Schröder

Bookholzberg - „Krankheiten, Krieg und keine Kohle, das ist wirklich schwierig.“ So umschreibt Buchhalterin Jenna Hasselberg die aktuelle Auftragslage beim Elektrofachbetrieb Hasselberg in Bookholzberg bei einem Besuch von CDU-Landtagskandidatin Nadja Lampe und Ganderkesees stellvertretendem Bürgermeister Cord Schütte (CDU). Gemeint sind die wirtschaftlichen Folgen von Corona-Pandemie, Ukraine-Krieg und steigenden Energiepreisen. Man habe zwar von Haushaltsgeräten bis Photovoltaik-Modulen ein breites Angebot, fügt ihr Mann und Geschäftsführer André Hasselberg hinzu. Doch zurückhaltende, weil finanziell geplagte Kunden bereiteten dem Betrieb in jüngerer Zeit Sorgen.

Zurückhaltende Kunden

Aus dem Bausektor etwa, der zuletzt noch für 20 bis 30 Prozent des Umsatzes gesorgt habe, kämen keine Aufträge mehr rein, sagt André Hasselberg. Denn viele Bauprojekte seien derzeit auf Eis gelegt – gerade für Monteure im Außendienst ein Problem. „Ich kann verstehen, dass da bei vielen meiner Mitarbeiter die Motivation sinkt.“ Bis zum Frühjahr sei das Unternehmen noch ausgelastet, sagt der Geschäftsführer. Um seine 30 Beschäftigten auch darüber hinaus zu halten, sei er zurzeit rundum damit beschäftigt, weitere Aufträge an Land zu ziehen.

Ein herausforderndes Unterfangen. Denn die Bereiche, aus denen Aufträge kommen, änderten sich zuletzt relativ häufig, sagt Hasselberg. Er müsse darauf schnell reagieren, Fortbildungen besuchen, Kooperationen mit anderen Betrieben schließen. In den ersten beiden Corona-Jahren hätten etwa viele ihre Bäder sanieren oder Gärten auf Vordermann bringen lassen. Seit Jahresbeginn fokussiere sich sein Betrieb nun vermehrt auf Aufträge für Photovoltaikanlagen. Außerdem gebe es neuerdings Aufträge im Bereich Hallenbau. Hasselberg: „Das Geld ist ja noch da bei den Leuten.“

Fragt sich nur, wie lange noch, angesichts steigender Energiekosten. Hasselberg verweist auf eine lokale Bäckereikette, die überlege, sich eine große Photovoltaikanlage anzuschaffen. Doch weil zum Jahresende Strom- und Gasverträge ausliefen, drohten der Bäckerei hohe Kosten, dadurch könnte das Geld für die Solaranlage letztlich fehlen. „Die Kunden werden vorsichtig“, sagt Hasselberg, „auch wir sind zurückhaltender mit Investitionen.“

Auch Privathaushalte würden zurzeit weniger in Neuanschaffungen investieren, sagt Jenna Hasselberg. Angesichts der wirtschaftlichen Lage sei das aber nachvollziehbar: „Man kann jeden verstehen, der sagt: Wir warten noch ein Jahr mit unserem neuen Trockner.“

Fehlende Planbarkeit

Von der Politik wünschen die Hasselbergs sich eine gesetzliche Grundlage, die Unternehmen in Krisenzeiten mehr Planbarkeit ermöglicht. Statt Maßnahmen wie der vom Bund beschlossenen einmaligen Energiepauschale für Arbeitnehmer brauche es Förderungen für energieintensive Unternehmen, fordern sie. Diese könnten dann wiederum Aufträge an Handwerksbetriebe wie den ihren vergeben.

Thilo Schröder
Thilo Schröder Thementeam Polizei/Justiz
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