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380-kV-Leitung Elsfleth/West-Ganderkesee Ganderkesees Nordvereine fürchten zusätzliches Umspannwerk in Schierbrok

Am Umspannwerk in Ganderkesee-Schlutter kommt die bisherige 380-kV-Leitung aus Elsfleth an. Doch aufgrund der Energiewende werden höheren Strommengen benötigt. Die Leitung soll neuer und stärker gebaut werden. Auch ein zweites Umspannwerk muss her. Kommt es nach Schierbrok?

Am Umspannwerk in Ganderkesee-Schlutter kommt die bisherige 380-kV-Leitung aus Elsfleth an. Doch aufgrund der Energiewende werden höheren Strommengen benötigt. Die Leitung soll neuer und stärker gebaut werden. Auch ein zweites Umspannwerk muss her. Kommt es nach Schierbrok?

Thorsten Konkel/ Archiv

Ganderkesee - Die Erneuerung der 380 kV-Höchstspannungsleitung von der Schaltanlage in Elsfleth im Landkreis Wesermarsch zum Umspannwerk in Ganderkesee-Schlutter kann früher als geplant beginnen. Grund: Das Amt für regionale Landesentwicklung Weser-Ems (ArL WE) hat entschieden, für das Energiewendeprojekt auf ein Raumordnungsverfahren zu verzichten. Der Übertragungsnetzbetreiber Tennet könne sofort mit den Vorbereitungen für das Planfeststellungsverfahren starten, bestätigt Tennet-Sprecher Maximilian Rühl.

Temposchub für Projekt

„Ein wesentlicher Grund für die Entscheidung der Behörde ist die geplante Orientierung an der Bestandstrasse“, erklärt Rühl. Diese Trassenführung böte im Gegensatz zu allen alternativen Verläufen den geringsten Eingriff für Mensch und Natur. Somit gebe es zu diesem Korridor keine ernsthaft in Betracht kommende Alternative. Auch die zwischenzeitlich vorgestellte Variante einer Führung zwischen Hude und Bookholzberg werde somit nicht weiterverfolgt.

Energiewende

Neben vielen Windkraftanlagen an Land kommt in der Region auch Strom von Nordsee-Windparks an. Er muss weitertransportiert werden, das bestehende Leitungsnetz reicht für steigende Strommengen nicht mehr aus.

Der Ersatzneubau „Elsfleth/West-Ganderkesee“ soll die Übertragungskapazität erhöhen. Laut dem aktuellen Netzentwicklungsplan-Entwurf ist eine dauerhafte Auslastung mit 4000 Ampere geplant.

Vom Umspannwerk in Ganderkesee südlich nach St. Hülfe (Kreis Diepholz) führte eine weitere, im August eingeweihte 380-kV-Höchstspannungsleitung.

Moor-Trasse

Genau das dürfte nicht nur die Vertreter des Orts- und Heimatvereins Bookholzberg-Grüppenbühren, des Vereins historische Kulturlandschaften im Oldenburger Land sowie die des Bürgervereins Hohenböken freuen. Denn außer den drei Vereinen hatten auch viele Bürger im Gemeindenorden massiv Front gegen eine Hauptvorschlagstrasse durchs Hohenbökener Moor gemacht.

Kern des jetzt direkt möglichen Planfeststellungsverfahrens ist laut Tennet eine detaillierte und grundstücksgenaue Bestimmung des Leitungsverlaufs.

Rühl: „Für die Menschen zwischen Elsfleth und Ganderkesee hat das Planfeststellungsverfahren gegenüber dem Raumordnungsverfahren den Vorteil, dass sie Anregungen zum genauen Leitungsverlauf und den neuen Maststandorten früher bei Tennet einbringen können.“

Ähnlich wie hier im münsterländischen Borken sollen auch beim „Rhein-Main-Link“ die Erdkabel in offener Bauweise verlegt werden.

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Schierbrok im Fokus

Was aber aus Sicht von Bedenkenträgern aus dem Gemeindenorden auch weiterhin besorgt, ist der künftige Standort eines zusätzlichen Umspannwerks (UW) – möglicherweise im Raum Schierbrok.

Denn zwischen Elsfleth und dem bereits deutlich erweiterten Ganderkeseer Umspannwerk ist eine weitere Großanlage für den Abzweig der Leitung nach Niedervieland (Bremen) nötig. Mindestens 15 Hektar werden fürs neue „UW Hunte-Ochtum“ benötigt. Im Netzentwicklungsplan-Entwurf wird dessen Suchraum in den Gemeinden Ganderkesee, Lemwerder und Berne verortet.

Die Behörde bevorzugt planerisch das 267 Hektar große Areal aufseiten der Gemeinde Ganderkesee. Es werde es hauptsächlich durch Ackerflächen geprägt.

Lastenverteilung

Gegen ein weiteres Umspannwerk auf ihrem Boden hatte sich die Ganderkeseer Verwaltung bereits im Juli bei der Behörde ausgesprochen. Allerdings: Gesetzlich ist eine „gerechte Lastenverteilung“ von Energieinfrastrukturen nicht durchsetzbar, Regelungen fehlen. Liege kein Kriterium vor, so spiele die privatrechtliche Flächenverfügbarkeit eine große Rolle, erläutert das Amt. Über die Bewertung der neuen Situation wollten sich die Vereine im Nordteil der Gemeinde bei einem Treffen am Montagabend austauschen.

Thorsten Konkel
Thorsten Konkel Redaktion Ganderkesee
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