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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg

Engagiert und kreativ

03.09.2016

Viele Jahre hat Heide Beier (78) aus Bookolzberg die Geschicke der Gemeinde Ganderkesee maßgeblich mitgestaltet. 25 Jahre war die SPD-Politikerin Mitglied im Gemeinderat, davon 16 Jahre im Planungsausschuss. Manche meinten damals, der Ausschuss, das sei Heide Beier. Aktiv war sie auch, wenn es um soziale Gerechtigkeit ging. „Ich habe mich immer gerne für meine Mitmenschen eingesetzt und bin für sie auch oft genug beim Sozialamt vorstellig geworden. Der dortige Mitarbeiter musste sich so einiges von mir anhören“, erinnert Heide Beier sich. Nicht zusehen, sondern machen, das war schon immer ihre Devise.

Heide Eggert, so ihr Mädchenname, war sieben Monate alt, als ihre Eltern von Schleswig-Holstein nach Bookholzberg zogen. „Trotz des Krieges hatte ich eine gute Kinderzeit“, erzählt sie. Schon früh zeigte sie ihr künstlerisches Talent. Malen war in der Schule ihr absolutes Lieblingsfach. In ihrem Haus in Bookholzberg kann sich jeder von ihren künstlerischen Fähigkeiten überzeugen, denn die Malereien auf den Fliesen und den Schrankwänden stammen aus ihrer Feder. Nach der Volksschule ging sie auf die Handelsschule nach Delmenhorst. Hier merkte sie schnell, dass Stenografie und Schreibmaschine so gar nicht ihr Ding waren. Die junge Heide Eggert war an Mode interessiert und wollte gestalten. So machte sie in Hoykenkamp eine Ausbildung zur Schneiderin.

In ihrer Freizeit ging sie gerne zum Tanzen. Auf einer Feier in der „Hölle“ – so wurde der Keller im Berufsförderungswerk genannt –, lernte sie 1958 Manfred Beier kennen. Zwei Jahre später wurde geheiratet.

Da ihr Mann noch studierte, arbeitete Heide zunächst noch als Schneiderin. „Dieser Beruf war nicht das, was ich wollte, aber dann war mir die Gründung einer Familie wichtiger als eine berufliche Karriere.“ Hatte die junge Familie zunächst bei Manfreds Eltern in Stenum gewohnt, baute sie 1963 mit viel Eigenleistung ihr Haus. Sohn Lutz war zwei Jahre und Tochter Anne wenige Wochen alt, als zum Richtfest eingeladen wurde. „Lutz hatte ich vorne im Korb, an einem Lenker die Tasche mit Geschirr, auf der anderen Seite eine Tasche mit Baby Anne und hinten einen Korb mit den Lebensmitteln. So bin ich dann mit dem Fahrrad von Stenum nach Bookolzberg gefahren – heute undenkbar“, erzählt Heide Beier mir.

Familie Beier vergrößerte sich in den folgenden Jahren noch um Tochter Carolin und Sohn Martin. Manfred Beier war als Architekt für Denkmalpflege viel unterwegs und mit großem Organisationstalent managte seine Heide Haus, Garten und Familie. Sie legte großen Wert auf die Ausbildung ihrer Kinder, die alle vier ihre Schule mit dem Abitur beendeten.

Durch ihren Ehemann kam Heide zur Politik. 1969 trat sie der SPD bei und begleitete ihren Mann oft auf Seminaren oder Kongressen. In der Niedersächsischen Landesvertretung in Bonn wurde es bei einer Veranstaltung durch die vielen Besucher immer enger und plötzlich saß Heide Beier auf dem Schoß von Hans-Jochen Vogel. Selbst Ex-Kanzler Gerhard Schröder durfte sie in ihrem Haus bewirten. Sie war nicht nur 20 Jahre Vorsitzende der SPD Ortsgruppe Bookholzberg, sondern wurde 1976 auch auf Anhieb in den Gemeinderat gewählt. 2001 verzichtete sie auf eine erneute Kandidatur und wurde zur Ehrenratsfrau ernannt.

20 Jahre lang besuchte das Ehepaar Beier immer über Ostern europäische Hauptstädte. Den Sommerurlaub, Weihnachten und Silvester verbrachte Familie Beier stets auf der Hallig Lange­neß. Bei einem dieser Urlaube lernte Heide die „Schutzstation Wattenmeer“ kennen. Seitdem engagiert sie sich in dem Naturschutzverein und organisiert bundesweit Wanderausstellungen.

Ende der 80er Jahre begleitete sie ihren Mann bei einem beruflichen Termin und besuchte dabei eine Teppichausstellung im Kloster Wienhausen. Hier konnte sie von den historischen Wandteppichen aus dem 14. Jahrhundert nicht genug bekommen. „Das ist mein Ding!“, sagte sie sich und erlernte im Kloster Mariensee die Technik des Stickens. Mittlerweile hat sie vier Wandteppiche fertiggestellt. Darauf werden ganze Sagen dargestellt. „Wenn ich weiß, ich habe Platz für 27 Szenen, lese ich die Geschichte so lange, bis ich 27 Szenen im Kopf habe!“, erklärt Heide Beier. Der nächste Wandteppich ist schon geplant und soll die Bibelgeschichte „Josef und seine Brüder“ zeigen.

Heide Beier,langjährige Kommunalpolitikerin in Ganderkesee

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