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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg

Engagierter Rotkreuzler

10.06.2017

Andreas Strodthoff (33) hat einen Appell, gerade an die jüngere Generation: „Das Ehrenamt dürfen wir nicht verlieren. Ehrenamt muss wieder Ehrensache sein.“ Er selbst ist seit einigen Monaten der neue Vorsitzende des DRK-Ortsvereins Ganderkesee. Insgesamt ist er aber schon seit 17 Jahren aktiver und leidenschaftlicher Rotkreuzler.

Ein Lagerfeuer in Frankreich war der Ursprung seiner Aktivitäten beim DRK. Sein älterer Bruder Stefan war schon Mitglied beim Jugendrotkreuz in Delmenhorst. Als er dann mit seiner Klasse nach Frankreich fuhr, war seine Gastschwester im Französischen Roten Kreuz aktiv. „Ich nehme euch heute mit“, meinte sie zu Andreas und einem Schulfreund. Beim gemeinsamen Lagerfeuer versprach der damals 16-jährige Andreas, an einem Gruppenabend beim DRK Ganderkesee teilzunehmen. Der ehemalige Vorsitzende Hans Hubmann hatte einmal vom „Rote-Kreuz-Virus“ gesprochen und nach seinem ersten Besuch dort wurde auch Andreas von diesem Virus befallen. Seitdem ist er mit viel Herzblut dabei. Er machte unter anderem eine Sanitäts- und eine Rettungssanitäterausbildung. „Schön ist es, Menschen helfen zu können, die in einer Notlage sind. Es ist ein schlimmes Gefühl, auf einen Unfall zuzukommen und nicht zu wissen, wie man helfen kann!“, erklärt Andreas. Auch als die vielen Flüchtlinge in Ganderkesee untergebracht werden mussten, waren Andreas und sein Team dabei. Ebenfalls vertreten sind sie bei Großveranstaltungen wie Gildefest oder beim Fasching, um im Fall der Fälle Erste Hilfe leisten zu können. „Beim Fasching kann ich am Haupttag zwar nicht feiern, dafür dann aber am Rosenmontag“, bemerkt Andreas Strodthoff lächelnd.

Aufgewachsen ist Andreas in Schlutter und hat hier schon früh mitbekommen, was ehrenamtliche Tätigkeit bedeutet. Sein Vater Dieter ist seit vielen Jahren der „Motor“ vom VdK Ganderkesee. „Als Kind wollte ich immer sehr viel, aber dann war es auch schnell wieder vorbei“, erinnert sich Andreas. So war er zum Beispiel beim Schützenverein Hoyerswege aktiv, hörte aber wieder auf, als er 2. Schüler-Adjutant wurde. „Ich war ringgleich mit dem König und auf dem Höhepunkt soll man abtreten“, lächelt Andreas. Beim Fußball wurde er gerne als Joker für die letzten Minuten eingesetzt. Bei der Musik war es dagegen anders. Mit zwölf Jahren bekam er ein Schlagzeug und von nun an wurde es laut im Hause Strodt­hoff, denn Bruder Stefan hatte sich eine Gitarre zugelegt. „Er konnte Lieder spielen, ich auf dem Schlagzeug aber nicht!“, erklärt Andreas. Mit einem Bekannten tauschte er deshalb Schlagzeug gegen Gitarre, später wurde er Mitglied der Band „Unable“. Das Trio hatte viele Auftritte, nicht nur in der Region. „Wir fühlten uns wie die Könige der Welt“, erinnert sich Andreas an diese schöne Zeit. Als sich die Band auflöste, taten sich einige Rotkreuzler zusammen und gründeten die „Bookhorn Allstars“. 2006 feierten sie Premiere beim Büttenabend und wurden erst nach einigen Zugaben von der Bühne gelassen. Noch heute gehört die Band zu den High­­lights bei jedem Büttenabend.

Aber was er mal beruflich machen wollte, das wusste Andreas lange nicht. Er arbeitete gerne mit Zahlen und hatte Organisationstalent, so begann er nach dem Abitur ein Duales Studium zum Finanzwirt. „Ich habe mich durch die Prüfungen gequält und nach einem Jahr die Reißleine gezogen“, erklärt Andreas. Stattdessen machte er eine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann, wechselte später zu einem Bremer Großhandel für Spirituosen. Heute ist er dort Abteilungsleiter für den Internationalen Warenhandel.

In jungen Jahren war Andreas gerne auf der Burginsel Delmenhorst, wo sich Musiker am Lagerfeuer zum Musizieren trafen. Hier lernte er auch seine Ehefrau Lydia kennen. Beide haben ein großes gemeinsames Hobby: Land und Leute in fernen Ländern kennenlernen. Mit dem Rucksack haben beide zum Beispiel Thailand, Marokko und die USA erkundet. Besonders gerne denken beide an eine Übernachtung in der Sahara unter dem klaren Sternenhimmel zurück. In diesem einen Moment hat Andreas wohl nicht an das Rote Kreuz gedacht.

Andreas Strodthoff,Vorsitzender des DRK-Ortsvereins Ganderkesee

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