Harpstedt - Ein schwaches Erdbeben ist am 23. Dezember um 23.33 Uhr bei Harpstedt registriert worden. Das teilte nun der Niedersächsische Erdbebendienst (NED) am Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) mit.

Die sogenannte Lokalmagnitude hat bei 2,4 gelegen. „Damit liegt das Erdbeben oberhalb der Wahrnehmungsschwelle von etwa 1,9 und es kann nicht ausgeschlossen werden, dass leichte Erschütterungen von einzelnen Personen wahrgenommen wurden“, heißt es weiter in einer Mitteilung. Bisher habe das LBEG von einer Person eine Meldung erhalten, die das seismische Ereignis gespürt habe.

Das Epizentrum beziehungsweise der Ort des Erdbebens befindet sich im Bereich der Erdgasfelder Klosterseelte/Kirchseelte/Ortholz und Brettorf/Brinkholz/Neerstedt, etwa einen Kilometer nördlich von Harpstedt. Ein Zusammenhang mit der Erdgasförderung stuft der NED als wahrscheinlich ein. Die Förderung von Erdgas führe zu Spannungen im tiefen Untergrund. Wenn diese an Schwächezonen im Untergrund impulsartig abgebaut werden, könne es zu spürbaren Erschütterungen an der Oberfläche kommen.

In der Region seien bereits zuvor schwache Erdbeben registriert worden – zuletzt am 14. September mit der Magnitude 1,7. Anwohnerinnen und Anwohner, die das aktuelle Ereignis verspürt haben, können ihre Beobachtungen über einen Fragebogen auf der Internet-Seite des LBEG (www.lbeg.niedersachsen.de) melden. Dafür sollte „Niedersächsischer Erdbebendienst“ angeklickt werden, dann „Erdbeben verspürt“ und „Erdbeben-Fragebogen“. Die dort gemachten Angaben würden für eine unabhängige Bestimmung des Epizentrums und zur Abschätzung der Auswirkungen des Ereignisses genutzt, heißt es.

Eine aktuelle Übersicht über die vom NED registrierten Erdbeben in Niedersachsen befindet sich auf der Internetseite des LBEG unter „Aktuelle Erdbeben“.