Neu-Holzkamp - Sie ist die Sommerfrucht schlechthin: Ob allein oder im Eisbecher, die Erdbeere ist beliebt. Aber wie kommt die leuchtend rote Frucht überhaupt in die Schale? Diese Frage haben sich im vergangenen Jahr scheinbar deutlich mehr Menschen gestellt, das konnte auch Liane Wempe vom Spargel- und Beerenhof Wempe feststellen: „Gerade durch Corona scheint ein Umdenken stattgefunden zu haben und die Leute sind regionalbewusster geworden.“ Besonders das Selbstpflückerfeld am Schlutterweg sei im vergangenen Jahr gut angenommen worden. Ab heute startet das Angebot in eine neue Saison.
Bunte Pflückmeile in Ganderkesee bietet mehr als nur Erdbeeren
Neben den leuchtend roten Leckereien wird es auch Himbeeren, Heidelbeeren und seit diesem Jahr ganz neu rote Stachelbeeren sowie schwarze und rote Johannisbeeren geben. „Es ist eine richtige Pflückmeile entstanden“, sagt Liane Wempe zufrieden. Die Vorschläge dafür seien vor allem von den Kunden gekommen. Nun hoffe sie darauf, dass das Regionalbewusstsein der Leute weiter anhält und auch in diesem Jahr wieder ordentlich gepflückt wird. Die Nachfrage nach dem Selbstpflücken sei in den letzten Wochen jedoch hoch gewesen – das stimme sie zuversichtlich.
Erdbeeren aus dem Folientunnel verkauft der Hof bereits seit Mai. Die Freilanderdbeeren haben hingegen in diesem Jahr auf sich warten lassen. „Das Frühjahr war viel zu kalt. Unsere Pflücker haben zwei Wochen später angefangen als üblich“, so Liane Wempe. Normalerweise hätte es auch bereits Ende Juni die Himbeeren zum Selbstpflücken gegeben, aber in diesem Jahr verschiebe sich alles nach hinten. „In etwa drei Wochen geht es dann mit ihnen los und noch eine Woche später mit den Blaubeeren.“ Stachelbeeren und Johannisbeeren können in diesem Jahr zwar noch nicht voll geerntet werden, aber ein wenig Pflücken ist auch dort möglich.
„Ich hoffe einfach, dass die Leute darauf gestoßen sind, dass die Qualität aus Deutschland besser ist“, sagt Liane Wempe. Im Ausland würden die Früchte kaum kontrolliert, der Einsatz von Spritzmitteln sei in vielen Ländern katastrophal. „Wir müssen unsere Erdbeeren auch spritzen, weil sie sonst gammlig werden oder an Milbenbefall leiden, aber unser Spritzmittel ist nach drei Tagen abgebaut“, sagt Liane Wempe.
Ohnehin seien Erdbeeren wahre Diven. „Die aktuelle Hitze ist nicht gut, alles über 24 Grad mögen sie nicht“, so Liane Wempe. Zudem dürfe es nicht zu viel regnen, aber auch nicht zu sonnig sein. Eine echte Herausforderung also, der sich ihr Mann Markus und sie aber gern annehmen.
Verlierer und Gewinner der Corona-Pandemie
Im Beerenbereich habe der Hof Wempe im vergangenen Jahr gut verkauft. Da aber der Spargelverkauf gelitten habe, gleiche es sich im Endeffekt wieder aus. „Die Restaurants haben einfach gefehlt“, sagt Liane Wempe. Deshalb sei sie auch allen Kunden dankbar, die den Hof in der Krise unterstützt haben.
Erdbeeren können ab sofort wieder fleißig zu folgenden Öffnungszeiten gepflückt werden: Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr, Samstag von 8 bis 16 Uhr und Sonntag von 8 bis 13 Uhr.
