Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Erdgasaufbereitungsanlage Großenkneten in Sage Einsatzkräfte üben den Ernstfall

Peter Kratzmann
Training auf dem Gelände der Erdgasaufbereitungsanlage in Sage: Einsatzkräfte üben für den Ernstfall. Dazu gehört auch das Retten von verletzten Personen.

Training auf dem Gelände der Erdgasaufbereitungsanlage in Sage: Einsatzkräfte üben für den Ernstfall. Dazu gehört auch das Retten von verletzten Personen.

Peter Kratzmann

Sage - Der aufheulende Jaul-Ton um 17.55 Uhr gehörte zum Szenario der Einsatzübung auf dem Gelände der Erdgasaufbereitungsanlage Großenkneten in Sage. Zum Glück, denn die Folgen eines tatsächlichen Unfalls mag sich wohl kaum jemand ausmalen. Neben der werkseigenen Feuerwehr wurde ein Großaufgebot an Rettungskräften und der Freiwilligen Feuerwehren Ahlhorn, Großenkneten, Huntlosen und Sage sowie der Schnell-Einsatz-Gruppe (SEG) Ahlhorn der Johanniter gemäß dem „Notfallplan GK“ angefordert.

Zu Beginn der Großübung, die am Dienstagabend rund zweieinhalb Stunden die Hilfskräfte und Beobachter beschäftigte, wurde auch ein Test der telefonischen Anwohnerwarnung durchgeführt. Im Fall der Fälle erfolgt normalerweise die Alarmierung per Anruf und durch einen anhaltenden durchdringenden Dauerton. „Auf den werden wir heute aber verzichten“, hieß es bei der Einweisung durch Betriebsleiter Thomas Enneking. Der Grund: Es solle nicht unnötig für Unruhe unter den Bürgern gesorgt werden.

Das Schadensszenario

Das angenommene Schadensszenario auf dem Betriebsgelände hatte es in sich. Angenommen wurde ein Austritt von Prozessflüssigkeit mit Ausgasung von Schwefelwasserstoff (H2S). Wegen der Austrittsmenge konnte eine Gefährdung des Umfelds der Anlage nicht ausgeschlossen werden. Als Folge wurden mehrere verletzte Personen auf dem Gelände angenommen, die Kontakt mit dem ausgetretenen Stoff hatten. Bevor diese durch den Rettungsdienst behandelt und in Sicherheit gebracht werden konnten, musste eine Reinigung (Dekontamination) durch die externen Kräfte in einem aufgebauten Zelt vorgenommen werden. So weit die Ausführungen von Ingenieurin Fabia Peter, die den Ablauf zu Beginn schilderte.

Zum Übungsziel gehörte neben der telefonischen Warnung der Anwohner und der Alarmierung der externen Einsatzkräfte über die Großleitstelle Oldenburg die Absperrung durch die Feuerwehren der Gemeinde Großenkneten entsprechend dem „Notfallplan GK“. Daneben lag das Hauptaugenmerk auf der Erstversorgung der verletzten Personen und der Dekontamination mit Übergabe an die Rettungsdienste. Dazu warteten vor dem Haupttor mehrere Rettungsfahrzeuge. Den kontrollierten Einlass überwachte auch Gemeindebrandmeister Thorsten Schnitger. Dazu wurde der Einsatzleitwagen aus Ahlhorn am Haupttor genutzt. Auf dem Exxon-Gelände waren vorwiegend die werkseigenen Kräfte im Einsatz.

Mit Atemschutzmaske

Auch wenn die Einsatzübung unspektakulär ablief, trat bei näherer Betrachtung die Brisanz eines solchen Szenarios zutage. Zwar kommen Störungen auf den Exxon-Mobil-Anlagen so gut wie nie vor. Sollte es aber zum Austritt von Schwefelwasserstoff-Gasen kommen, ist der Kontakt durchaus lebensgefährdend. Dies vor Augen zu führen, sei auch der Sinn dieser Art von Übungen, erläuterte Betriebsleiter Enneking. Und deshalb erhielt auch jeder Außenstehende eine einstündige Einweisung zum Gebrauch von Atemschutzmasken, die jeder neben dem Helm auf dem Gelände bei sich führen musste. Letztendlich schwebte dieses Wissen „Was ist, wenn…“ über der routinierten und bestens vorbereiteten Einsatzübung in den Köpfen aller Beteiligten mit.

Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Die Mitglieder vom BSV Kickers Emden stimmen am Donnerstagabend für die Ausgliederung der ersten Herren in eine GmbH.

BALLSPORT IN OSTFRIESLAND Mitglieder geben Grünes Licht für die Kickers-Emden-GmbH

Lars Möller
Emden
Stellten die Ausweitung des Konzeptes „Wilhelmshaven sicher“ auf den Busverkehr der Stadtwerke-Verkehrsgesellschaft vor: (v.li.) Frank Rademacher (Geschäftsführer Stadtwerke-Verkehrsgesellschaft Wilhelmshaven), Polizeidirektor Heiko von Deetzen, Projektleiter und Polizeihauptkomissar Tim Bachem und Oberbürgermeister Carsten Feist.

POLIZEIPRÄSENZ IM BUSVERKEHR Hausrecht der Polizei stärkt ab sofort Sicherheit in Bussen

Lutz Rector
Wilhelmshaven
Kommentar
Klimaaktivisten der Gruppe „Fridays for Future“ in Saarbrücken werfen Bundeskanzler Scholz vor, bei seinem Besuch in der vom Hochwasser betroffenen Region und in seiner Ansprache „die Klimakrise fahrlässig ausgeblendet“ zu haben.

UMWELTPOLITIK Durch mehr Klimaschutz gibt’s nichts zu verlieren

Jana Wolf Büro Berlin
Eine junge Lehrerin schreibt Mathematikaufgaben an eine Schultafel. Niedersachsen will 390 Schulen im Land nach Sozialindex stärker fördern.

NEUES PROGRAMM FÜR 390 SCHULEN Wie Niedersachsen mehr Bildungsgerechtigkeit herstellen will

Stefan Idel Büro Hannover
Hannover
Lara und Philipp Schumacher wollen gemeinsam mit ihren drei Kindern ein neues Leben auf Mallorca beginnen. Dafür bereiten sie seit Jahren alles vor – und der letzte, mehrmonatige Aufenthalt vor der Auswanderung begann mit einem herben Rückschlag.

BETROGEN UND ENTTÄUSCHT Emder Familie kämpft nach Betrug auf Mallorca um ihren Traum

Aike Sebastian Ruhr
Emden