Ganderkesee-Heide - Wasserschützer in Ganderkesee-Heide bangen weiter um den Randgraben. Rund zwei Monate, nachdem der Heider Lehrer Tim Schmidt auf einen öligen Film auf dem Fließgewässer aufmerksam gemacht hat, läuft wieder verunreinigtes Oberflächenwasser in Höhe der Straße „Zum Brook“ durch ein Rohr des dortigen Regenwasserkanals in den Graben, der durch die Gemeinde Ganderkesee nach Delmenhorst fließt. Das hat Schmidt am Samstag, 11. März, bemerkt und erneut die Behörden alarmiert.
Wie ist die Ausgangslage ?
Bereits am 16. Januar waren Feuerwehr, Polizei und der Landkreis Oldenburg als Untere Wasserbehörde wegen einer Verschmutzung an das Gewässer in Höhe der Straße „Zum Brook“ gerufen worden. Da hatte sich der ölige Film aus dem dortigen Rohr eines Regenwasserkanals auf dem Randgraben bis zum Heuweg ausgebreitet, die Feuerwehr stoppte ihn mit einer Ölsperre. Die Polizei leitete damals ein Ermittlungsverfahren gegen einen Betrieb in der Nähe der Einleitungsstelle wegen des Verdachts der Gewässerverunreinigung ein. Möglicherweise seien es Kraftstoffreste gewesen, so der Verdacht.
Die Zuständigkeiten rund um das Fließgewässer liegen in vielen Händen: Für die Unterhaltung des Randgrabens selbst ist der Ochtumverband in Harpstedt zuständig. Die Gewässerqualität haben der Landkreis Oldenburg als Untere Naturschutzbehörde und der übergeordnete Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) im Blick. Die Gemeinde Ganderkesee schließlich ist für die Ableitung des Regen- bzw. Oberflächenwassers in den Graben zuständig.
Worum geht es jetzt ?
Polizei, Feuerwehr und Landkreis waren am 11. März erneut vor Ort: „Im Zuge der Gefahrenabwehr ist das Amt für Bodenschutz und Umwelt tätig geworden“, sagt Kreissprecher Oliver Galeotti. Der benachrichtige Kommunalservice habe eine Ölsperre ausgelegt. Tim Schmidt, der für Schüler und Studierende das Internet-Portal www.wasser-ist-ein-kostbares-Gut.de betreibt, ist besorgt: „Die Feuerwehr Delmenhorst wurde von der Feuerwehr Schierbrok informiert, da das Öl nun weiter bis in die Naturschutzgebiete Geigensee, Große Brake, Delme fließt“.
Welcher Stoff gefährdet das Wasser ?
Welche Substanz für große Aufregung sorgt, ist weiterhin nicht abschließend geklärt. Gewässerproben waren im Januar von der Polizei im Zug der Ermittlungen entnommen worden. Das Ergebnis ist bislang nur Polizei und Staatsanwaltschaft bekannt. Auch Schmidt hatte Mitte Januar das Wasser untersuchen lassen. Seine Ansicht ist eindeutig: „Die Laborergebnisse weisen auf eine sehr starke Verschmutzung des Randgrabens von ,Zum Brook’ bis zum Delme-Stau hin“, sagt er und spricht von „Mineralöl-Kohlenwasserstoffen im Wasser sowie einem auffälligen CSB-Wert (Chemischer Sauerstoffbedarf) in Verbindung mit hohen Phosphat-, Eisen- und Ammoniumwerten“. Die Gemeinde Ganderkesee hat ihrerseits Mitte Februar Proben entnehmen lassen – diese werden noch untersucht.
Zu dem Umstand, warum es gerade jetzt einen zweiten Austritt aus besagtem Regenwasserkanal gab, äußert Kreissprecher Galeotti eine Vermutung: „Wir gehen davon aus, dass es keine erneute Einleitung war, sondern dass die Schneeschmelze Rückstände an Kanalrohren in den Randgraben gespült hat.“ Schmidt hat eine klare Forderung: „Die Kanalisation muss so gestaltet sein, dass keine Schadstoffe in den Randgraben einlaufen können“.
