Wildeshausen - „Hochwasser! Durchgang nicht möglich“ steht auf dem Schild. Der Durchlass des Deiches unterhalb der Eisenbahnbrücke in Wildeshausen ist abgesperrt und mit Sandsäcken geschützt. „Die Hunte hat ihren aktuellen Hochstand erreicht“, sagten am Donnerstag der Geschäftsführer der Hunte-Wasseracht in Huntlosen, Hans-Dieter Buschan, und der Geschäftsführer des Unterhaltungsverbandes Hunte in Rehden, Ingo Ammerich. Er ist für die Hunte bis zur Eisenbahnbrücke in Wildeshausen zuständig, Bu-schan für die Hunte weiter flussabwärts.
Gesperrt sind in der Kreisstadt stellenweise auch der Wanderweg bis zur Wiekau sowie Abschnitte im Bereich Marschweg und in der Welgenmarsch. Auch der Radweg entlang des Nordrings ist nicht befahrbar.
In den nächsten Tagen werden aber keine nennenswerten Niederschläge mehr erwartet. Deshalb gehen Bu-schan und Ammerich von leicht sinkenden Pegelständen aus. „In den nächsten ein bis zwei Wochen wird die Hunte aber noch viel Wasser mit sich führen“, sagte Ammerich. Aufgrund der Niederschläge der vergangenen Wochen seien die Böden so gesättigt, dass das Wasser nur noch über die Hunte abfließen könne.
Seit dem vergangenen Wochenende gibt der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) alle paar Stunden die Pegelstände der Flüsse bekannt. Im Landkreis Oldenburg gibt es Messstellen in Colnrade und in Huntlosen.
Für die Messstelle in Colnrade war am Donnerstagmittag die Meldestufe 1 ausgerufen worden. Dort hatte die Hunte einen Pegel von 355 Zentimeter/NN. Beim Jahrhunderthochwasser 1998 stand der Fluss dort knapp einen Meter höher bei 451 Zentimeter/NN.
An der Pegelmessstelle in Huntlosen wurden am Donnerstagmittag 590 Zentimeter/NN registriert. Das bedeutet Meldestufe 2 von insgesamt drei Stufen. „Meldestufe 2 heißt, dass Wasser über die Ufer tritt“, erklärte Ammerich. Beim Jahrhunderthochwasser 1998 hatte die Hunte in Huntlosen einen Pegel von 648 Zentimeter/NN.
„So ein Hochwasser wie jetzt haben wir einmal in fünf bis zehn Jahren“, sagte Buschan. „In diesem Jahr hat es aber bereits überproportional viel Niederschlag gegeben“, berichtete Ammerich. Das habe er in den vergangenen Jahren öfter beobachtet. In der anschließenden Wachstumsphase der Pflanzen habe es dann oft zu wenig geregnet.
