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Biogasanlage in Düngstrup Hier soll Mist zu Methan werden

Die Biogasanlage von Jörn Ahlers in Düngstrup soll erweitert und umgerüstet werden.

Die Biogasanlage von Jörn Ahlers in Düngstrup soll erweitert und umgerüstet werden.

Ahlers

Düngstrup - Energieerzeugung aus Gülle und Mist: Das ist der Zukunftsplan von Landwirt Jörn Ahlers, über den er jetzt den Bauausschuss des Wildeshauser Stadtrates und einen Tag später seine Nachbarn in Düngstrup informierte. Dafür ist eine Aufrüstung der bestehenden Biogasanlage erforderlich: „Eine Erweiterung der bestehenden Anlage ermöglicht die Erzeugung von klimaneutralem Biomethan als grüne Alternative zu Erdgas“, erklärt der Landwirt in einer Mitteilung. Durch die Produktion regenerativer Kraftstoffe lassen sich laut Ahlers jährlich 30 000 Tonnen CO 2 einsparen. Sechs Millionen Euro will der Landwirt investieren.

Der Plan

„Das Biomethan kann vor Ort direkt in das Erdgasnetz der EWE eingespeist, deutschlandweit wieder entnommen und in Verkehr gebracht werden.“ Da die Anlage in Düngstrup zurzeit auf die Erzeugung einer bestimmten Menge an Rohbiogas pro Jahr begrenzt sei, müsse ein Umbau erfolgen. Neben zwei Fermentern seien neue Lagergebäude und Speicherbehälter geplant. Dafür ist ein vorhabenbezogener Bebauungsplan erforderlich. Am 23. April will Ahlers mit dem Bauausschuss eine Pilotanlage in Dülmen besichtigen.

Der BEtrieb

Der landwirtschaftliche Familienbetrieb Ahlers baut auf rund 200 Hektar unter anderem Getreide, Mais sowie Kartoffeln an und betreibt seit vielen Jahren Sauenhaltung mit Ferkelzucht. Seit dem Jahr 2000 unterhält er außerdem eine Biogasanlage und produziert damit regenerative Energien in Form von Strom und Wärme. Eingesetzt werden dafür vor allem nachwachsende Rohstoffe (Maissilage) sowie tierische Reststoffe (Gülle und Mist). Durch die Anlagenerweiterung sollen in Zukunft fast ausschließlich Wirtschaftsdünger, also tierische Reststoffe wie Gülle und Mist, zu Biogas vergoren und anschließend zu Biomethan aufbereitet werden.

Die Vorteile

Der Düngstruper Landwirt verweist auf die große Menge Wirtschaftsdünger, die in der Region anfalle und durch die Biogasanlage „regional und nachhaltig verwertet werden kann“. Zudem würden tiergerechte Haltungsformen ohne Spaltenböden unterstützt, da die effiziente Verwertung des Mists gewährleistet ist. „Und Flächen, auf denen vorher Maissilage angebaut wurde, stehen wieder zur Erzeugung von Nahrungs- und Futtermitteln zur Verfügung.“

Die Emmission

Neben Biomethan sollen weitere Produkte in der Anlage entstehen, etwa flüssiges CO 2 , das als Grundstoff für die Industrie dienen kann. Außerdem plant Ahlers die Erzeugung von konzentriertem organischem Dünger und kaliumhaltigem Wasser aus einer spezifischen Aufbereitung der Gärreste. „Aus dem Anlagenbetrieb werden fast keine Methan- oder Ammoniakemissionen entstehen, da sämtliche Produkte innerhalb geschlossener Hallen lagern und in gasdichten Behältern verarbeitet werden“, betont Ahlers. Außerdem würden bei der Umrüstung modernste Standards eingehalten. Die An- und Abtransporte erfolgen über die Visbeker Straße und die Düngstruper Straße.

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