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Gebäude war 2020 abgebrannt Ex-„Gantero“ in Ganderkesee kann jetzt zum Brauhaus werden

Leon Werth
Christa Linnemann (von links), Rainer Loog und Ralf Wessel begutachten das rußgeschwärzte Innere des Bahnhofsgebäudes.

Christa Linnemann (von links), Rainer Loog und Ralf Wessel begutachten das rußgeschwärzte Innere des Bahnhofsgebäudes.

Leon Werth

Ganderkesee - Es geht voran am Ganderkeseer Bahnhofsgebäude. Die Handwerker des Sanierungsunternehmens „Belfor“ entkernen das rußgeschwärzte Innere, das einmal das italienische Restaurant „Don Gantero“ beherbergte. Am 14. Oktober 2020 wurde das Gebäude durch einen Brandanschlag beschädigt, der oder die Täter konnten nicht ermittelt werden.

Gastronomie im Bahnhofsgebäude

Nach dem Kauf und der Herrichtung des alten Bahnhofs durch die Gemeinde im Jahr 2008 haben sich Gastronomen an diversen Konzepten versucht: Das „Gleis Eins“ von Marco Stubbemann meldete nach einem Jahr Insolvenz an. Der Nachfolger „Bodega“ unter der Geschäftsführung von Björn Schwamborn glitt fünf Jahre später in die Insolvenz. 2015 eröffneten Miri Lavasani und Saman Ghorbani das „Don Gantero“. Eine neue GmbH übernahm im Juni 2020, bevor das Pachtverhältnis nach dem Brand wegen „Unmöglichkeit der weiteren Nutzungsüberlassung“ endete.

Das „Tor zum Ganderkeseer Ortskern“ soll nun endlich wiederbelebt werden. Ulf und Heike Thiemann („Zur Jägerklause“) möchten hier ein Braugasthaus mit regionalen Biersorten und Speisen eröffnen. Dafür sind umfangreiche Sanierungsarbeiten notwendig. Bürgermeister Ralf Wessel, Christa Linnemann von der Wirtschaftsförderung der Gemeinde und Rainer Loog, Fachdienstleiter Gebäudeservice, äußern sich zum aktuellen Stand.

Wann ist mit der Fertigstellung der Sanierungsmaßnahmen zu rechnen ?

Eine Fertigstellung sei 2022 nicht mehr zu erwarten, verkündet Ralf Wessel. Nun möchte man möglichst früh im Jahr 2023 den Umbau abschließen.

Die Gemeinde freue sich, dass es nach eineinhalb Jahren Verzögerung endlich losgehen könne, nachdem polizeiliche Ermittlung zur ungeklärten Brandursache, Versicherungsfragen und ein Gerichtsverfahren die Sanierung verzögert hatten. Nicht als „Rückbau“, sondern als „Wiedererrichtung“ bezeichnet der Bürgermeister die Umsetzung, die eine Belebung des Ortskerns zum Ziel habe.

Alle Sanierungsmaßnahmen werden durch die Versicherungssumme gedeckt, bauliche Veränderungen wie der Anbau eines Wintergartens und die Erneuerung einer seitlichen Rampe übernehme die Gemeinde als Eigentümerin des Gebäudes. Die Gesamthöhe des Schadens könne mangels eines umfangreichen Gutachtens noch nicht in Ziffern gefasst werden.

Welche Renovierungsmaßnahmen finden genau statt ?

„Im Dachgeschoss werden Decken und Böden ausgebaut und die Verkleidung der Dachschrägen entfernt“, erklärt Rainer Loog, Fachdienstleiter Gebäudeservice. „Diese Bauteile sind durch den Brand so stark beschädigt oder kontaminiert worden, dass sie nicht saniert werden können.“ Die Dachziegel blieben für den Wetterschutz zunächst erhalten, in einem späteren Schritt werde die komplette Dachkonstruktion neu errichtet.

Im Erd- und Kellergeschoss werden die Trockenbauverkleidungen entfernt und die Fußbodenbeläge zurückgebaut, die komplette Haustechnik (Heizung, Lüftung, Sanitär, Elektrik) zunächst entfernt. Barrierefreiheit werde beim Umbau berücksichtigt und alle Brandschutzauflagen erfüllt, sagte Rainer Loog.

Seit Dezember 2021 betreut eine Projektgruppe um Christa Linnemann das Thema ‚Sanierung des Bahnhofsgebäudes‘: „Das renovierte Gebäude soll der Naherholung wieder einen Aufschwung bereiten“, sagt die Wirtschaftsförderin.

Warum ist das neue Brauhaus-Konzept erfolgversprechend ?

Ein Brauhaus mit regionalen Biersorten habe beim Konzeptwettbewerb überzeugt, betont Wessel. Es sei modern und funktioniere bereits anderenorts. Er verweist beispielhaft auf das Braugasthaus „Ol’s“ in Oldenburg. In die Neugestaltung der Innenräume seien die neuen Betreiber eingebunden.

Vereinzelt hatte es Kritik daran gegeben, dass die ehemaligen Pächter das „Don Gantero“ nach dem Brand nicht weiterbetreiben konnten. Wie Wessel erklärt, könne die Gemeindeverwaltung aus vertraulichen Gründen hierzu nicht Stellung nehmen.

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