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Erdwärme in Dötlingen gesucht Auf dem Exxon-Mobil-Gelände herrscht bald wieder Betrieb

Der ehemalige Erdgasspeicher des Unternehmens Exxon Mobil am Poggenpohlsand in Dötlingen: Hier wird ein Unternehmen Erdwärme aufsuchen (Aufnahme vom Januar 2021).

Der ehemalige Erdgasspeicher des Unternehmens Exxon Mobil am Poggenpohlsand in Dötlingen: Hier wird ein Unternehmen Erdwärme aufsuchen (Aufnahme vom Januar 2021).

Verena Sieling

Dötlingen - Rund zehn Jahre nachdem der Erdgasspeicher von Exxon Mobil in Dötlingen stillgelegt worden ist, wird das Gelände wieder genutzt: Wie das Unternehmen bestätigte, hat das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) der Norddeutschen Erdwärmegewinnungsgesellschaft mbH (NDEWG) mit Sitz in Lingen die Erlaubnis zur Aufsuchung von Erdwärme erteilt. Ziel ist es, die sogenannte geothermale Energie zu nutzen – beispielsweise, um Haushalte damit zu versorgen. Es handele sich dabei um eine umweltfreundliche und regenerative Energiegewinnung, erklärt Eike Bruns, Pressesprecher des LBEG.

Die Erlaubnis

„Unterschieden wird zwischen Erlaubnis und Bewilligung“, betont er. Erlaubnis bedeutet in diesem Fall, dass die NDEWG vom 1. Februar bis 31. Januar 2025 Erdwärme aufsuchen darf. Wenn solch ein Vorhaben, Haushalte mit Erdwärme zu versorgen, umgesetzt werden könne, werde beim LBEG eine Bewilligung beantragt. Unter anderem würden die umliegenden Kommunen angehört, die Umweltverträglichkeit geprüft – und dann würde ein Betriebsplan erstellt. „Da ist schon noch etwas zu tun, bevor es zu einem fertigen Projekt kommt“, sagt Bruns.

Das Verfahren

Das weiß auch Uwe Balasus-Lange. Er ist einer der vier Gesellschafter der NDEWG, die die bestehenden Bohrungen für die Erdwärmegewinnung nachnutzen möchte. Wenn es funktioniere, solle das Erdwärmenetz 30 Jahre, „oder noch länger“, genutzt werden. Zunächst werde aber die Konzeptstudie umgesetzt. Dazu gehöre der Zirkulationstest. „Auf dem Gelände befinden sich 17 Bohrungen, alle sind um die 2800 Meter tief“, sagt Balasus-Lange. In enger Abstimmung mit Exxon Mobil werde kaltes Wasser hineinzirkuliert. Das Wasser werde wieder nach oben befördert, die Temperaturdifferenz gemessen – und so festgestellt, ob ein Wärmenetz gespeist werden könnte.

„Wir wissen, dass es da unten heiß ist“, sagt der Gesellschafter. „Über 100 Grad.“ Dass Wärme da sei, bedeute aber nicht, dass sie ohne Probleme an die Oberfläche befördert werden könne.

Der Vorteil

Für gewöhnlich koste eine Bohrung mehrere Millionen Euro. „Wenn schon eine da ist, umso besser“, betont Balasus-Lange den Vorteil am Standort Dötlingen. „Bevor die Bohrungen verfüllt werden, treten wir auf den Plan.“ Natürlich müsse es in der Umgebung Abnehmer für die Erdwärme geben. „Mitten im Wald nützt es nichts – ich kann Wärme nicht über 40, 50 Kilometer transportieren.“ Das sogenannte Erlaubnisfeld Poggenpohl ist laut LBEG knapp 3,5 Quadratkilometer groß und erstreckt sich über eine rechteckige Fläche auf der Grenze zwischen den Gemeinden Großenkneten und Dötlingen und der Stadt Wildeshausen.

Erlaubnisfelder gebe es mehrere in Niedersachsen, ergänzt Bruns. Dass eine ehemalige Bohrung nachgenutzt werden könnte, käme niedersachsenweit in Dötlingen zum dritten Mal vor. So richtig in die Gänge komme das Geothermie-Vorhaben im Land nämlich nicht, da es ein hohes Fündigkeitsrisiko gebe – die Gefahr sei also groß, dass für viele Millionen Euro umsonst gebohrt wurde.

Der Standort

Der Exxon-Mobil-Erdgasspeicher, einer der größten Porenspeicher in Westeuropa, war von 1983 bis 2012 in Betrieb gewesen. Sieben Jahre später begann der Rückbau. Zurück blieben das Verwaltungszentrum und Werkstätten mit rund 70 Mitarbeitern.

Verena Sieling
Verena Sieling Redaktion Wildeshausen
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