Sage - Zehn bis 20 Jahre lang kann in Südoldenburg noch ohne Probleme Erdgas gefördert werden. Diese Perspektive hat am Donnerstag der Geschäftsführer von Exxon Mobil Deutschland, Jens-Christian Senger, gegeben. Anlass war das Jubiläum zum 50-jährigen Bestehen der Erdgasaufbereitungsanlage in Sage. Zur Feier trafen sich dort etwa 80 Landräte, Bürgermeister, Landtagsabgeordnete und Geschäftspartner. Auch die Zukunft der Anlage war ein Thema.
Gas bleibt in der Region
„Weihnachten sind wir noch als Umweltverschmutzer kritisiert worden. Seit Beginn des Krieges in der Ukraine und der dadurch entstandenen Gaskrise werden wir wieder mit ganz anderen Augen gesehen“, sagte Senger. „Wir leisten einen maximalen Beitrag zur Gasproduktion.“ In Deutschland seien im Vorjahr 100 Milliarden Kubikmeter Erdgas verbraucht worden. Exxon Mobil habe davon im südlichen Oldenburg 2,5 Prozent, also 2,5 Milliarden Kubikmeter, produziert. „Wir sind ein lokaler Produzent. Unser Erdgas wird in der Region verbraucht. Das ist gut fürs Klima“, sagte Senger. „Hier entsteht Wertschöpfung, hier werden Arbeitsplätze geschaffen.“ Demnächst hole Deutschland das Gas mit Schiffen aus der ganzen Welt. Der ökologische Fußabdruck sei um 25 Prozent höher.
In der vom Puppenspieler Werner Momsen moderierten Veranstaltung erklärte Großenknetens Bürgermeister Thorsten Schmidtke, dass Exxon ein Segen für die Gemeinde sei. Großenkneten habe einen Großteil seines Wohlstandes dem Betrieb der Erdgasaufbereitungsanlage zu verdanken. „Hier gibt es hochqualifizierte Arbeitsplätze“, sagte Schmidtke. In der Region sind 250 Beschäftigte für Exxon Mobil tätig. „Die Gemeinde wird alles daran setzen, um Exxon in Großenkneten zu halten.“
Diesen Ball griff der Technische Geschäftsführer von Exxon, Axel Weiß, auf. „Wir müssen stärker mit der Politik ins Gespräch kommen, was hier am Standort künftig möglich sein wird.“ Ideen für Nachnutzungen gibt es scheinbar. „Aus Gas lässt sich Wasserstoff produzieren“, erklärte Jens-Christian Senger. „Wir haben dafür die Infrastruktur mit der Erdgasaufbereitungsanlage und dem Leitungsnetz.“ Zum anderen gebe es das Know-how für Bohrungen. Senger denkt dabei an Geothermie, also Erdwärme, die für Heizzwecke genutzt werden kann.
Der Deutschland-Chef
Jens-Christian Senger ist seit 2016 Geschäftsführer der Exxon Mobil Production Deutschland GmbH in Hannover. Der Mittfünfziger wurde in Wildeshausen geboren, wohnt in Dötlingen, ist verheiratet und Vater zweier Kinder. Der gelernte Brunnenbauer absolvierte von 1988 bis 1993 an der Technischen Universität Clausthal ein Bergbau-Studium in der Fachrichtung Tiefbohrtechnik, Erdöl- und Erdgasgewinnung, das er als Diplom-Ingenieur abschloss. Seine berufliche Laufbahn begann er 1994 als Bohr- und Komplettierungsingenieur bei der BEB Erdöl & Erdgas GmbH in Hannover. Es folgten Management-Positionen unter anderem im Oman, in Malaysia und Norwegen.
