Hude - Schulnote vier: So lautet die Gesamtbewertung des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) für das Fahrradklima in der Gemeinde Hude. Damit macht sich die Umsetzung der Radwegnovelle laut dem ADFC bemerkbar.
Schmale (Rad-)Wege
Insbesondere bei Konflikten mit Autofahrern und der Akzeptanz als Verkehrsteilnehmer geht der Trend nach Ergebnissen des Fahrradklima-Tests nach unten. „Radfahren wird von den Teilnehmenden vermehrt als Stress wahrgenommen und es mangelt an Sicherheitsgefühl“, sagt Christian Lüdke aus Wüsting, Vorsitzender des ADFC Oldenburg. „Es reicht eben nicht, die Benutzungspflicht der ebenso kritisierten schmalen, nun freigegebenen Gehwege abzuschaffen und teilweise viel zu kleine Piktogramme auf der Fahrbahn anzubringen“, so Lüdke, der selbst in Hude viel mit dem Fahrrad unterwegs ist.
Auch die Punkte Fahrraddiebstahl, Konflikte mit Fußgängern – also die Breite der (Rad-)Wege – und die Verfügbarkeit von öffentlichen Fahrrädern/Fahrradverleih wurden negativ bewertet. Lüdkes Meinung nach müssen Landkreis und Gemeinde mehr für den Radverkehr in Hude tun, damit die Menschen gern mit dem Rad unterwegs sind.
Positiv bewertet wurden hingegen der Punkt „Erreichbarkeit des Stadtzentrums“, die Möglichkeit, zügig mit dem Fahrrad radeln zu können, und der Winterdienst auf den Radwegen. Damit hat die Gemeinde eigentlich gute Voraussetzungen für das Radfahren.
Die 71 Teilnehmenden geben der Gemeinde Hude somit im Durchschnitt die Note 3,99. Damit liegt die Gemeinde bundesweit auf Platz 273 von 474 unter den Orten und Gemeinden, die weniger als 20.000 Einwohner haben, und auf Platz 40 von 55 der Ortsgrößenklasse in Niedersachsen.
Fahrradklima testen
Der ADFC-Fahrradklima-Test ist eine der größten Befragungen zur Zufriedenheit der Radfahrenden weltweit. Er wird vom ADFC alle zwei Jahre mit Unterstützung des Bundesverkehrsministeriums durchgeführt und fand 2022 zum zehnten Mal statt. Rund 245.000 Radfahrerinnen und Radfahrer haben bei diesem Durchgang abgestimmt, davon nur 16 Prozent ADFC-Mitglieder. 1114 Städte kamen in die Wertung, mehr als jemals zuvor. Bei den 27 Fragen ging es darum, ob man sich auf dem Rad sicher fühlt, wie gut die Radwege sind und wie viel die eigene Kommune für die Fahrradförderung tut. Fünf Zusatzfragen drehten sich dieses Mal um das Radfahren im ländlichen Raum.
