Großenkneten - Der Westerholtkamp in Ahlhorn, die Wilhelmstraße in Huntlosen und der Markt/Ahlhorner Straße (bis Kreisel) in Großenkneten werden keine Fahrradstraßen. Der Ausschuss für Jugend, Ordnung und Soziales hat am Donnerstagabend den Antrag der Ratsgruppe Grüne-KA-Linke abgelehnt. Die Gruppe hatte den Antrag mit dem Ziel mehr Sicherheit für Radfahrer und attraktivere Radverkehrsverbindungen begründet. Nach Angaben von Heidi Schilberg (Grüne) werden in den Fahrradstraßen keine Autofahrer ausgeschlossen. Es gehe aber auch darum, dass Radfahrer in einer 30er-Zone als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer anerkannt werden. Das sei mitnichten der Fall. Die Ausschussmehrheit folgte jedoch der Argumentation der Gemeindeverwaltung.
Geringe Verkehrsdichte
Nach Darstellung von Bürgermeister Thorsten Schmidtke kommt eine Fahrradstraße nur infrage, wenn es dort eine hohe Fahrradverkehrsdichte gibt, wenn die Straße eine wichtige Wegenetzverbindung für den Radverkehr ist oder eine untergeordnete Bedeutung für den Kfz-Verkehr habe.
Sowohl in der Wilhelmstraße als auch in der Straße Markt/Ahlhorner Straße liege keine hohe Verkehrsdichte durch Fahrradfahrer vor. Eine Verkehrsmessung im Juni 2021 in der Ahlhorner Straße (Höhe Wilhelm-Wellmann-Platz) habe einen Fahrradfahreranteil von etwa 21 Prozent ergeben. In der Wilhelmstraße werde dieser Anteil ähnlich hoch eingeschätzt. Somit reiche das Radfahreraufkommen nicht für eine Fahrradstraße aus. Und für den Kfz-Verkehr seien beide Straßen von Bedeutung.
Wie Schmidtke berichtete, haben sich 25 Anlieger der Wilhelmstraße in einem Schreiben gegen eine Fahrradstraße ausgesprochen. Dem hielt Schilberg entgegen, dass es eine ähnliche große Anzahl an Anwohnern gebe, die für eine Fahrradstraße seien.
Busse im Westerholtkamp
Die Zahl der Fahrradfahrer im Westerholtkamp liegt nach Angaben der Verwaltung durch den Schüler-Fahrradverkehr deutlich höher. Die Straße werde jedoch auch für die Schülerbeförderung von Bussen und Elterntaxis genutzt und habe damit für den Kfz-Verkehr eine hohe Bedeutung. Eine alternative Verkehrsführung für die Busse, beispielsweise über die Straße Am Lemsen, würde auf dieser Strecke, die ebenfalls von vielen Schülerinnen und Schülern zu Fuß und mit dem Rad genutzt werde, zu einer höheren Belastung führen. Letztendlich würde die Gesamtsituation nicht verbessert.
Eine „echte“ Fahrradstraße, die für den Kfz-Verkehr gesperrt ist, kommt wegen der Verkehrsführung zum und vom Schulzentrum nicht in Betracht, so der Bürgermeister. Die Ausweisung einer „unechten“ Fahrradstraße (Kfz-Verkehr weiterhin zugelassen, Geschwindigkeitsreduzierung auf 30 km/h) sei nicht zielführend, da die Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 km/h bereits bestehe. Mit der Entwicklung des Baugebietes Westerholtkamp könne die Verkehrsführung begutachtet und gegebenenfalls neu organisiert werden.
