Huntlosen/Großenkneten - Dem Rat der Gemeinde Großenkneten liegt ein Antrag der Grünen vor, drei Straßen zu Fahrradstraßen umzuwidmen. Darunter ist die Wilhelmstraße in Huntlosen. Ratsherr Friedjof Ohms und andere Mitglieder des Grünen-Ortsverbandes erörterten diesen Antrag mit 30 Bürgern im Garten einer Anwohner-Familie.
Mit der Fahrradstraße soll die Verkehrssicherheit für Radler erhöht und damit das Fahrradfahren im Alltag attraktiver werden. „Um insbesondere die Fahrradsicherheit für Kinder zu erhöhen, brauchen wir die Wilhelmstraße als Fahrradstraße“, meinte Ohms.
Eine Ausweichroute
In Städten gibt es Fahrradstraßen schon länger, in der Gemeinde Großenkneten wären es die ersten. Anlass für den Antrag ist laut Ohms vor allem die veränderte Verkehrssituation auf der Bahnhofsstraße in Huntlosen. Dort müssten Radfahrer seit einiger Zeit auf der Straße fahren, da der alte Radweg nun ein Gehweg sei, auf dem sie zwar geduldet, aber zu Schrittgeschwindigkeit verpflichtet seien. Auf der Straße komme es immer wieder zu gefährlichen Überholmanövern ungeduldiger Autofahrer.
Die Wilhelmstraße könne für den Radverkehr eine parallele Ausweichroute darstellen. Allerdings seien Radfahrer auch dort durch unachtsames und zu schnelles Autofahren immer wieder gefährdet. Eine Fahrradstraße würde ihnen Vorrang einräumen, sie könnten zum Beispiel nebeneinander fahren. Autofahrer würden durch Piktogramme auf der Fahrbahn an die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h erinnert werden. „Die Wilhelmstraße als Fahrradstraße auszuweisen, stärkt das Fortbewegungsmittel Fahrrad und stellt es mit dem Auto auf eine Stufe“, betonte Ohms. Wichtig zu wissen: Die Straße müsse baulich nicht verändert werden und alle Grundstücke sowie landwirtschaftlichen Nutzflächen könnten weiterhin mit Autos und großem Gerät angesteuert werden.
Teil der Verkehrswende
Neben der Wilhelmstraße in Huntlosen sollen nach dem Willen der Grünen auch die Straßen „Markt“ und Ahlhorner Straße bis zum Kreisverkehr in Großenkneten sowie der Westerholtkamp in Ahlhorn zu Fahrradstraßen werden. In der Diskussion über den Nutzen einer solchen Fahrradstraße verwies Landtagskandidatin Begüm Langefeld auf den fortschreitenden Klimawandel. Er erfordere eine nachhaltige Verkehrswende, die es immer mehr Menschen, auch auf dem Land, ermöglicht, das Auto stehen zu lassen und umzusteigen auf den ÖPNV und das Rad. Eine Fahrradstraße könne ein Baustein in diesem Prozess sein und zudem das alltägliche Fahrradfahren in Huntlosen sicherer und attraktiver machen.
