Spüren Sie es auch? Das kleine bisschen Lebensfreude, das sich trotz Krisen, Kriegen, Unwetterkatastrophen sowie vielerlei Unmut und Protest in diesen Tagen ab und an blitzend bemerkbar macht? Angesichts der wieder häufiger zwischen wintergrauen Wolken keck hervorblitzenden Sonnenstrahlen lockt der Gedanke, doch endlich mal so richtig fröhlich zu sein. Ausgelassen zu feiern, vielleicht beim Fasching um den Ring, anstelle Trübsal zu blasen – wem kann man diesen Wunsch verdenken? Andererseits ist vielen angesichts von Klimaängsten oder der Kriegsgräuel so gar nicht nach närrischem Frohsinn zumute. Darf man trotzdem feiern?

Ich halte den völligen Verzicht auf Fröhlichkeit nicht für sinnvoll. Feiern ist ein Ausdruck von Lebensfreude und mentaler Gesundheit, der neben übrigen Emotionen seinen berechtigten Platz hat. Es geht nicht ums „Entweder–Oder“, sondern viel mehr um das „Sowohl als Auch“. Denn sowohl das Feiern als auch die Auseinandersetzung mit den aktuellen gesellschaftlichen und weltpolitischen Lagen sind sinnvoll. Doch auch dazu bedarf es Kraft. Spaß und Freude zu haben, das hilft beim emotionalen Auftanken. Dies zu akzeptieren, und den Faschingsfreunden nicht ihre Empathie und Feinfühligkeit abzusprechen, gehört zum Leben. Denn Freud und Leid sind im Lebenskreis untrennbar miteinander verbunden. Ob, was und wann gefeiert wird, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Besuchen die vielen Helfer beim Festhallen-Aufbau: Prinzessin Katrin I. (Schröer) und Prinz Eike I. (Struck) und ihre Ehrendamen Clarissa Voigt (von links), Céline Struck, Leana Wienand und Pia Thomann sowie (vorn) das Kinderprinzenpaar Emma I. (Lasskorn) und Henry I. (Meyer).

FASCHING IN GANDERKESEE Fleißige Helfer verwandeln Sporthalle in Narrentempel

Christin Hufer
Ganderkesee

Nützt der Verzicht auf den Fasching dem Weltfrieden? Wohl kaum. Weder Politik, Pandemien oder Despoten, auch keinem anderen Akteur darf es gelingen, uns Freude, Zuversicht oder Mut zu nehmen. Kein besseres Motto als „Zurück im Faschingsglück!“ hätten die Faschingsmacher der Gemeinschaft Ganderkeseer Vereine (GGV) für diese Session finden können.

Schließlich kehren sie nach Jahren der Pandemiewirren mit ausgefallenen Veranstaltungen und ersatzweisem Sommerfasching in dieser Session doch endlich zum gewohnten Rhythmus zurück – Fasching gehört in den Winter!

Folgender Blick gibt ihnen recht: Sämtliche Hallenveranstaltungen sind bereits weitgehend ausverkauft. Für den großen Kinderfasching (28. Januar) gibt es schon längst keine Tickets mehr. Auch für die vier Büttenabende (26./27. Januar sowie 2./3. Februar) sind nur noch Restkarten übrig.

Platz genug, um ausgelassen zu feiern, wird am 10. Februar auf den Straßen Ganderkesees sein – beim Faschingsumzug um den Ring. Gedränge herrscht dabei sicher wieder im Narrenzelt auf dem Festplatz. Dort geht es am Faschingssonntag (11. Februar) mit Frühschoppen und Kindertanz weiter. Schlusspunkt der Partys ist der Rosenmontagstanz am 12. Februar an selber Stelle. Fasching ist zwar kein Karneval, aber in diesem Fall schließe ich mich der Kölner Band „De Höhner“ an: „Komm, loss mer fiere nit lamentiere!“

Thorsten Konkel
Thorsten Konkel Redaktion Ganderkesee