Ganderkesee - Vier Wochen noch, dann feiern die Ganderkeseer Narren schon ihren ersten Büttenabend. Die Faschingssession ist kurz – das bedauern ganz besonders die Tollitäten und ihr Gefolge: Prinzessin Katrin I. (Schröer) und Prinz Eike I. (Struck) und ihre Ehrendamen Clarissa Voigt, Céline Struck, Leana Wienand und Pia Thomann sowie das Kinderprinzenpaar Emma I. (Lasskorn) und Henry I. (Meyer). Mehr als die Hälfte der Besuchstermine bei den Aktiven der Büttenabende und den großen Umzugsgruppen liegen bereits hinter ihnen. Die ersten Eindrücke von den Proben seien beeindruckend, wie Prinz Eike (53) betont: „Ich hatte oft Gänsehaut“, gibt er zu. Besonders der Gesang der Ex-Prinzenpaare habe ihn „aus den Socken gehauen“.
Auch Prinzessin Katrin wirbt für den Hallenfasching, bei dem sie eigentlich wieder als Sängerin auf der Bühne gestanden hätte, wenn das Heldengreifkommando der GGV ihr nicht eine andere Rolle zugedacht hätte. „Wer jetzt noch keine Karte hat, ist selber schuld“, sagt die 48-Jährige. Der Spaß am Singen verbindet die Tollitäten, die – noch ohne zu wissen, dass sie im Laufe des Abends gemeinsam die Prinzenrolle bekleiden würden – auch beim Faschingsauftakt am 11.11. gemeinsam aufgetreten waren. Die Frage, ob sie auch bei den Büttenabenden gemeinsam singen werden, lassen die beiden offen – schließlich gelte es, die Traditionen zu wahren. Aber Spaß daran, als singendes Prinzenpaar in die Ganderkeseer Faschingshistorie einzugehen, hätten sie zweifellos. „Wenn man uns das Mikro gibt, würden wir durchaus singen wollen...“, sagt Katrin I. lächelnd.
„Immer wieder abgewatscht“
Auch nach ihrer Amtszeit weiterhin auf der Bühne singen und tanzen zu dürfen, war für die Prinzessin übrigens eine entscheidende Voraussetzung für das „Ja“ gegenüber dem Heldengreifkommando. Ihre Freude, auserwählt worden zu sein, sei dann riesig gewesen, berichtet die Enkelin von Heinrich Geerken, Gründungsmitglied der GGV und Büttenredner-Urgestein. Gleiches gilt für den Prinzen an ihrer Seite: Eike I. hatte sich schon vor Jahren immer wieder als Faschingsprinz ins Spiel gebracht, sich aber als Festausschuss-Mitglied nur geringe Chancen ausgerechnet. „Ich wurde immer wieder abgewatscht“, erinnert sich der Prinz. „Irgendwann habe ich aufgehört, zu fragen.“
Dass es in diesem Jahr endlich geklappt hat mit der ersehnten Prinzenrolle, wusste vor der Zusammenführung von Tollitäten und Gefolge nicht einmal Tochter Céline, die zu den vier Ehrendamen des Prinzenpaares zählt. Einen Verdacht habe sie zwar gehabt, so die 21-Jährige, doch diesen habe ihr Vater direkt zerstreut. Ihr erster Satz bei der Zusammenführung lautete schließlich: „Du hast mich angelogen!“
Gewagte Farbkombi angedroht
Dass Tollitäten und Gefolge bestens harmonieren, zeigte sich schließlich bei der Hofschneiderin: „Wir waren uns ganz schnell einig“, sagt Katrin I. über die – natürlich streng geheime – Auswahl der Farben und Designs von Roben und Anzug. Das Kinderprinzenpaar stellt derweil eine gewagte Farbkombination in Aussicht: Während die erklärten Lieblingsfarben von Emma I. (10) Türkis und Lila sind, gibt Henry I. (9) mit breitem Grinsen „Currygelb“ als seinen Favoriten an. Einig sind sich die beiden Viertklässler derweil beim Lieblingsgetränk: stilles Wasser.
Zum Stichwort „Wasser“: Für den Faschingsumzug, der in diesem Jahr wieder über die gewohnte Route (also über Am Steinacker, Alte Siedlung und Habbrügger Weg) verlaufen wird, wünschen sich Prinzenpaare und Ehrendamen trockenes Winterwetter. „So viel wie es jetzt regnet, kann es ja im Februar nur gut werden!“, meint Prinzessin Katrin I..
