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Ehefrauen alter Bookholzberger Feuerwehr-Kameraden Die Sirene verbindet sie auch nach Jahrzehnten noch

Haben gerade ihre 50. gemeinsame Radtour zurückgelegt: die Ehefrauen und Witwen ehemaliger Bookholzberger Feuerwehrmänner. Los ging’s aus nostalgischen Gründen vom alten Feuerwehrhaus aus.

Haben gerade ihre 50. gemeinsame Radtour zurückgelegt: die Ehefrauen und Witwen ehemaliger Bookholzberger Feuerwehrmänner. Los ging’s aus nostalgischen Gründen vom alten Feuerwehrhaus aus.

Torsten von Reeken

Bookholzberg - Ihre „aktive Zeit“ liegt schon mehr als zwei Jahrzehnte zurück – trotzdem ist das Band zwischen ihnen nie abgerissen: Die Ehefrauen und Witwen früherer Bookholzberger Feuerwehrmänner waren selbst nie in der Brandbekämpfung tätig – und doch bedeutete die Mitgliedschaft ihrer Männer in der Einsatzabteilung der Freiwilligen Feuerwehr über lange Zeit auch für sie unterbrochenen Nachtschlaf, wenn die Sirene heulte, Sorgen um die Gesundheit der Aktiven und viele organisatorische Tätigkeiten im Hintergrund. Die ähnlichen Erfahrungen verbanden die Frauen damals, und die Erinnerungen tun es auch heute noch, wenn die Witwen und Ehefrauen der alten Kameraden einmal im Jahr gemeinsam auf Tour gehen.

50. Fahrradtour

Gerade hat das Grüppchen gemeinsam seine 50. Fahrradtour unternommen – aus Gründen der Nostalgie vom alten Bookholzberger Feuerwehrhaus aus, das seit einigen Monaten nicht mehr genutzt wird. 17 Frauen – viele von ihnen bereits jenseits der 80 Jahre – waren dabei. Wer aus gesundheitlichen oder Altersgründen nicht radeln konnte, wurde mit dem Auto zu den beiden Etappenzielen, dem Frühstücksbüfett im Elmeloher Grill sowie der Kaffeetafel bei einer der Mitfahrerinnen, gefahren. „Wir haben wieder viel Spaß gehabt!“, berichtet Anke Ramke von der Jubiläumstour.

Anke Ramke, deren inzwischen verstorbener Mann Dieter Ramke 40 Jahre lang stellvertretender Bookholzberger Ortsbrandmeister war, gehört zu dem Damentrio, das 1974 die allererste Radtour der Feuerwehr-Ehefrauen mitorganisiert hatte. Entstanden war die Tour als Pendant zum jährlichen Grillabend der Männer. „Da musste für die Frauen auch was her“, erinnert sich Helga Schmertmann. Ihre erste, noch vergleichsweise kurze Tour führte die Frauen nach Stenum, zum Schnitzel-Essen in Lüschens Bauerndiele. Station gemacht wurde vorher unter anderem in der Gaststätte Struß in Neuenlande und bei „Opa Piep“ in Mönchhof. „Es gab zwischendurch immer mal ein Schlückelchen“, verrät Anke Ramke. Besonders Likör sei bei den Ausflüglerinnen immer gut angekommen.

Fahrt ins Blaue

Aufgemacht haben sich die Frauen in all den Jahren bei jedem Wetter – bei Sommerhitze genauso wie bei Regen oder Gewitter. Geplant wurden die Touren umschichtig anfangs immer von drei, später dann von zwei Frauen. Das Ziel blieb für die übrigen Teilnehmerinnen stets eine Überraschung. Und unterwegs wurde nicht nur kaffeesiert, sondern mitunter standen auch Besichtigungen auf dem Programm – etwa im Gartenparadies von Familie Stünkel in der Gemeinde Hude. Besonders gern erinnern sich die Frauen an die 30. Radtour, die 2003 ausnahmsweise nicht erst um 14 Uhr, sondern schon am Vormittag begonnen hatte. Mit dem Schiff – und natürlich den Fahrrädern – führte sie nach Bremerhaven. „Dort haben wir dann den Tag verbracht und es uns gutgehen lassen“, berichtet Helga Schmertmann. „Feuchtfröhlich ging dieser Tag dann zu Ende.“

„Bis zum bitteren Ende“

Wie soll es nach der 50. Radtour weitergehen? Soll es überhaupt weitergehen? – Mit diesen Fragen haben sich die Frauen der Feuerwehr-Kameraden bei ihrer jüngsten Ausfahrt intensiv beschäftigt. Schließlich ist die Gruppe von 30 bis 35 Frauen inzwischen etwa auf die Hälfte zusammengeschrumpft, und längst nicht mehr jede von ihnen kann noch mit dem Rad teilnehmen. „Wir haben abgestimmt“, sagt Anke Ramke. „Wir machen weiter bis zum bitteren Ende.“

Und so wird es auch 2024 kurz vor den Sommerferien wieder eine Zusammenkunft an einem unbekannten Ziel geben. Eva Ramke und Brigitte Schloms werden die Tour ausarbeiten. Starten soll sie – sofern es dann noch steht – wie immer am alten Bookholzberger Feuerwehrhaus. Denn dort liegen die gemeinsamen Erinnerungen der Frauen, die sich auch heute, lange nach dem aktiven Dienst ihrer Männer, noch immer mit der Freiwilligen Feuerwehr Bookholzberg verbunden und von den heutigen Aktiven gewertschätzt fühlen.

Karoline Schulz
Karoline Schulz Redaktion Ganderkesee
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