Navigation überspringen
nordwest-zeitung

Ganderkeseer Apotheker kritisieren Organisation Noch herrscht Chaos bei der Masken-Ausgabe

Ganderkesee - „Katastrophe“ lautet das klare Urteil von Thomas Beck über die Verteilung der FFP2-Masken, die ab Dienstag starten sollte. Der Inhaber der Ring-Apotheke in Ganderkesee beklagt die mangelnde Organisation.

Die Bundesregierung hatte beschlossen, dass über 60-Jährige und Risikopatienten kostenfrei FFP2-Masken in Apotheken abholen können. Die Verordnung sei so kurzfristig verabschiedet worden, dass alle Apotheken gleichzeitig Masken bestellen müssen, so Beck.

Anders kommuniziert

Dass es viele Unklarheiten gibt, stellten auch Heiner und Daniela Brings fest, als sie am Dienstagmorgen in der Apotheke Bookholzberg Masken abholen wollten. Der 61-jährigen Daniela Brings sei gesagt worden, dass die Masken nur an Personen ausgegeben werden, die als Kunden in der Apotheke registriert sind.

„Das ist so nicht kommuniziert worden“, sagt Heiner Brings. „Das ist ein Widerspruch zu dem, was die Regierung kommuniziert.“

Masken werden in zwei Schritten verteilt

Seit dem 15. Dezember bis zum 6. Januar 2021 können sich über 60-Jährige sowie Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen oder Risikofaktoren drei FFP2-Schutzmasken in der Apotheke abholen. Diese sind kostenlos.

Ab Januar sollen berechtigte Patienten in einem zweiten Schritt mit weiteren Masken versorgt werden. Alle Berechtigten erhalten zwei fälschungssichere Coupons für jeweils sechs Masken von ihren Krankenkassen oder ihrer privaten Krankenversicherung. Die Anspruchsberechtigten zahlen dann pro eingelöstem Coupon einen Eigenanteil von zwei Euro hinzu.

Glücklicherweise habe sich Daniela Brings vor einigen Jahren als Kundin in der Bookholzberger Apotheke registrieren lassen, als sie noch im Ort gewohnt haben, erzählt ihr Mann. Jetzt leben sie in Delmenhorst. Eine „Stammapotheke“ haben sie nicht, sagt der 71-Jährige. Eine Stellungnahme der Apotheke war am Dienstag nicht zu bekommen – zu groß war der Andrang auf die Masken.

In der Ring-Apotheke in Ganderkesee ist die Verteilung anders geregelt – sobald die Lieferung eintrifft. „Vor zwei Tagen sollten die ersten kommen“, sagte Thomas Beck am Dienstag. Etwa 3500 FFP2-Masken habe er bestellt.

Wenn es mit der Ausgabe losgeht – voraussichtlich am Donnerstag – wird diese aus einem Fenster der Apotheke heraus stattfinden, damit nicht zu viele Kunden im Verkaufsraum stehen. Die berechtigten Personen müssen ihren Personalausweis vorzeigen und eine Erklärung unterzeichnen, dass sie ihre kostenfreien Masken erhalten haben.

So soll es ab diesem Mittwoch auch in der Pelikan-Apotheke in Ganderkesee laufen. Von 9 bis 12 Uhr soll die Ausgabe in einer dafür eingerichteten Ecke erfolgen, erklärt Inhaber Walid Hassan.

Die Beschaffung der FFP2-Masken sei allerdings nicht so leicht: Seine Bestellung werde frühestens am Wochenende geliefert. „Die Lieferanten sind auch überfordert mit der Bestellungswelle.“ Da am Dienstag aber bereits große Nachfrage herrschte, sei er nach Ostfriesland gefahren, um dort von einem Kollegen Masken zu leihen.

Für Januar zuversichtlich

Es gebe eine weitere Schwierigkeit in der Organisation, sagt Thomas Beck: Die Masken werden in 25er-Packungen angeliefert. Daher stellt er sich bereits auf Nachtschichten ein, um sie in 3er-Sets abzupacken.

Insgesamt sei das Verfahren „unausgegoren“, sagt Beck. Für das neue Jahr ist er zuversichtlicher: Ab dem 1. Januar soll es Coupons von der Krankenkasse geben, mit denen sich Berechtigte den Schutz abholen können.

Jana Budde
Jana Budde Redaktion Wildeshausen
Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Analyse
Am Sonntag, 26. Juni,  war in Thüringen über Landräte, Oberbürgermeister, Bürgermeister sowie über Kreistage, Stadt- und Gemeinderäte abgestimmt worden. Nun stehen Stichwahlen vor der Tür.

STICHWAHLEN IN THÜRINGENS KOMMUNEN IM JUNI „AfD neben der CDU sozusagen die Volkspartei“

Mey Dudin Büro Berlin
Nach einer Fahrt unter Cannabiseinfluss ist der Führerschein weg. Durch das Cannabisgesetz ändern sich aber nicht nur die Blutwerte, ab denen die Fahrerlaubnis entzogen wird, sondern auch, wie man sie zurückbekommt. Der Fachdienst Straßenverkehr des Landkreises Wesermarsch erklärt, warum Kiffer nicht mehr zur MPU müssen (Symbolbild).

FÜHRERSCHEINENTZUG NACH CANNABISKONSUM Kiffer müssen nicht mehr zwingend einen „Idiotentest“ ablegen

Tim Rosenau
Brake
Das Café und Bistro „de Mood“ an der Schlachtstraße in Jever: Hier am Brunnen ist es an Himmelfahrt zu rassistischem Gegröle gekommen.

GEGRÖLE WIE AUF SYLT Café-Inhaberin aus Jever nach rassistischem Vorfall enttäuscht von Polizei

Svenja Gabriel-Jürgens
Jever
Ein Song von DJ Gigi D’Agostino wird derzeit von rechten Kreisen umgedichtet.

DISKUTIEREN SIE MIT! Partysong „L’amours toujours“ auf Feiern verbieten, um rechtes Gegröle zu verhindern?

Annika Schmidt
Oldenburg
Im November 2023 brannten auf dem Parkplatz an der Kirchstraße/Pottbackerslohne in Norden in der Nacht vier Autos aus.

FAMILIÄRE STREITIGKEITEN ALS MOTIV Polizei gelingt Ermittlungserfolg im Fall der Autobrände in Norden

Aike Sebastian Ruhr
Norden