Wildeshausen - An der Dr.-Klingenberg-Straße in Wildeshausen ist jetzt ein „Schnitt“ gemacht worden, wie Sascha Eggert sagt. Das ist am Haus des ehemaligen „Landhaus am Fillerberg“ mit neuen Schildern unschwer zu erkennen: „Fillerberger Hof“ heißt der Betrieb, der offiziell seit 1. Februar geöffnet hat. Seit gut zwei Wochen sind zudem wieder Gäste im Restaurant willkommen.
Mit Familie beraten
Sascha Eggert ist der Betriebsleiter des Fillerberger Hofs – und hat sich damit den Wunsch eines eigenen Gastronomiebetriebs erfüllt. „Wir kennen die Besitzer gut. Ende letzten Jahres sind sie an uns herangetreten und haben gefragt: Wollt ihr den Betrieb übernehmen?“ Zuvor waren Hotel und Restaurant unter der Regie von Hoa Lu, Schwiegersohn von Horst Eggert, mehrere Monate gelaufen. Seitdem wurde das Haus nach und nach renoviert.
Bevor Sascha Eggert zusagte, tagten mehrere Familienräte. Zwar habe er in seinem Berufsleben immer etwas mit Gastronomie zu tun gehabt, bezeichnet sich jedoch selbst als „klassischen Quereinsteiger“. „Ich mache so etwas nicht blauäugig: Ich habe mir die genauen Zahlen geben lassen.“ Als er merkte, dass diese stimmen, stand die Entscheidung: „Das passt.“
Der gelernte Kaufmann aus Oldenburg hatte zuvor bereits im jetzigen Fillerberger Hof gearbeitet, kannte sich also schon etwas aus. Auf Erfahrung wollte er trotzdem nicht verzichten und nahm Hausdame Tanja Stier zusammen mit zwei weiteren Personen vom alten Personal mit in den neuen Betrieb. Sein Vater Horst Eggert fungiert als Pächter. „Er ist im Hintergrund und guckt auf die Zahlen, während ich an der Front stehe“, beschreibt der Betriebsleiter die Arbeitsverteilung.
Keine Fertigware
Wer ab und zu im ehemaligen Landhaus am Fillerberg zu Gast war, wird sich wohl noch an den „Fillerberger Lümmel“, eine Currywurst, erinnern. Die wird es weiterhin geben, verspricht Stephan Skrotzki. Der Unterschied: Die Wurst stellt der neue Koch selbst her. Und auch sonst legt der Wildeshauser Wert darauf, dass die ländliche deutsche Küche, die er serviert, ausschließlich selbst gemacht ist. Bedeutet: keine Tiefkühlware, keine „Convenience“ (Fertigware), keine fertige Brühe. Er möchte Lebensmittel vor allem aus Hofläden und von Landwirten aus der Umgebung beziehen. Und auch, wenn er Erfahrung mitbringt: Er lernt ständig dazu. Zum Beispiel von einem Schwaben, wie man Maultaschen zubereitet. Die finden sich übrigens auch auf der Karte wieder.
Die Resonanz im Restaurant sei positiv, ergänzt Sascha Eggert. „Auf kurz oder lang wird ein zweiter Koch dazukommen.“
