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Filmdreh in Ganderkesee Die letzte Klappe fällt im Schierbroker Dämmerlicht

Leon Werth
Ein Film entsteht: Schauspielerin Michaela Schaffrath (vorn, links) vor der Kamera, ein gutes Dutzend dahinter.

Ein Film entsteht: Schauspielerin Michaela Schaffrath (vorn, links) vor der Kamera, ein gutes Dutzend dahinter.

Bennet Keller

Ganderkesee/Schierbrok - „The Online Shop“ lautet der Titel von Carsten Woikes neuem Filmprojekt. Für den Dreh hat der Oldenburger Regisseur ein Wohnhaus im Ganderkeseer Ortsteil Schierbrok ausgewählt, das ein Wochenende lang von bekannten Darstellern „bewohnt“ wurde: An der Seite von Christoph Jacobi und Marie Kollmar spielt Michaela Schaffrath eine Mutter, die das Opfer häuslicher Gewalt wird und über eine vorgebliche Internetseite für Hautpflege-Produkte einen Hilferuf startet. Auch Praktikanten aus der näheren Umgebung durften die Filmcrew unterstützen. Der Regisseur zieht ein Fazit.

Wie lief der Dreh und wie war die Arbeit mit den Praktikanten ?

„Es hat alles geklappt, nicht gestürmt und nicht geregnet“, sagt Carsten Woike. Fünf Praktikanten seien am Set gewesen. „Einigen mussten wir leider absagen, weil sich so viele gemeldet haben.“ Woike hat sich aber die E-Mail-Adressen aller Interessenten notiert und möchte sie bei Bedarf kontaktieren: „Ich würde es nicht ausschließen, wieder in Ganderkesee zu drehen.“ Alle seien sehr engagiert gewesen und überall eingesetzt worden, wo gerade Hilfe benötigt wurde – hinter der Kamera, beim Anheben des Kamerawagens, bei Licht und Kostümen. Auch eine Szenografie-Studentin aus Ganderkesee besuchte das Set.

Wie gestaltet sich die Nachbearbeitung ?

„Es fehlt noch eine Totale vom Haus und eine Nahaufnahme des Hilfe-Chats“, sagt Woike. Ansonsten sei der Film im Kasten und das nächste Ziel der Schnitt einer Rohfassung, die dann der Medienförderungsgesellschaft Nordmedia präsentiert werden könne.

Den Soundtrack liefert Eike Ebbel Gronewold, der bereits Stücke für den „Tatort“ und die „Sesamstraße“ komponiert habe. Für „The Online Shop“ hat sich Carsten Woike das Licht der Abenddämmerung zunutze gemacht. „Die ‚blaue Stunde‘ erzeugt eine ganz besondere Stimmung“, sagt der Regisseur.

Die Außenaufnahmen wurden kurz vor Einbruch der Dunkelheit gedreht. Als Kammerspiel würde Woike seinen Film nicht bezeichnen, da es einige Ortswechsel gibt. „Der erste Teil spielt nur im Haus, mit wenig Dialog. Die Kommunikation findet nur über Blicke statt“, verrät er. Im zweiten Teil des Kurzfilms flieht die Ehefrau mit ihrem Kind in den Garten.

Warum ist Ganderkesee ein so besonderer Drehort ?

Gerade für die Aufnahme der Flucht biete die ländliche Gemeinde einen großen Vorteil, da Großstädte wie Hamburg oder Berlin oft zu überfüllt seien und Anwohner schnell gereizt reagierten. Zudem profitierte Woike vom Kontakt mit lokalen Firmen: Ein Fahrer des Taxiunternehmens Borkus blieb bis zum späten Abend beim Dreh. Christa Linnemann von der Wirtschaftsförderung der Gemeinde verantwortete als „Motivbeauftragte“ die Suche nach Drehorten. Trotz Corona meldeten sich einige Interessenten. Vier Häuser wurden besichtigt und eins davon wurde schließlich Filmset.

Wie entstand die Idee zu „The Online Shop“ ?

Inspiration für den Kurzfilm lieferte ein Spiegel-Artikel, der über reale „Fake-Shops“ berichtete, in denen mit codierten Fragen wie „Wie reagiert Ihre Haut auf Alkohol?“ oder „Brauchen Sie auch Kosmetika für Kinder?“ die Situation hilfesuchender Frauen (betrunkener Partner, Gefährdung der Kinder) abgefragt wird. „Ich hatte die Filmbilder gleich vor Augen“, sagt Woike. Der besondere „Twist“ für die Zuschauer sei, dass es nicht um Internetkriminalität, sondern um eine Hilfeplattform geht.

Wann und wo feiert „The Online Shop“ Premiere ?

Seinen neuen Film möchte Woike zunächst bei großen Filmfestivals einreichen und schauen, wie die Chancen dort stehen. Voraussetzung für den internationalen Wettbewerb der Berlinale sei, dass der Film noch nicht vorher öffentlich gezeigt wurde. Abseits des Hauptwettbewerb gibt es noch weitere Veranstaltungen während der Berlinale, wie den European Film Market (EFM), auf dem bereits sein Kurzfilm „Antenna“ (2016) lief. Ansonsten werde es sicherlich kleinere Vorstellungen geben, vielleicht auf einer Nordmedia-Party oder im Kommunalkino „City 46“ in Bremen.

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