Hude - Investitionen von etwas mehr als neun Millionen Euro plant die Gemeinde Hude im kommenden Jahr, dafür sind neue Schulden von 5,7 Millionen Euro erforderlich. Im Ergebnishaushalt, der die Pflichtaufgaben der Gemeinde abdeckt, ergibt sich unterm Strich ein Defizit von 1,3 Millionen Euro. Das sieht der Haushaltsplan 2023 vor, den der Ausschuss für Finanzen, Wirtschaft und Digitalisierung am Donnerstagabend im Rathaus bei drei Gegenstimmen der Grünen verabschiedet hat.

Größter Posten im Ergebnishaushalt sind die Personalaufwendungen, sie machen knapp 30 Prozent des gesamten Etats aus. „Die Personalkosten sind in den letzten zehn Jahren von fünf auf fast zehn Millionen Euro gestiegen. Da sehen wir eine gelbe Ampel“, warnte Heiko Aschenbeck (SPD). Prompt taten sich die Fraktionen schwer mit einem Antrag der Grünen für eine weitere Stelle im Rathaus: Sie wünschen einen Projektmanager für Nachhaltigkeit. Kostenpunkt: 75.000 Euro. Gerade bei Baumaßnahmen müssten Aspekte der Nachhaltigkeit stärker berücksichtigt werden, mahnte Grünen-Ratsfrau Kirsten Neuhaus. „Wir sollten die Mittel einstellen, um zu zeigen, dass wir das tun.“ Vertretern von CDU, SPD und FDP erschien die Stellenbeschreibung aber zu vage. Der Antrag wurde ebenso abgelehnt wie zwei andere Anliegen der Grünen zur Erarbeitung eines neuen Leitbildes für Hude und zur Erfassung des CO 2 -Fußabdrucks der Gemeinde – was die Ablehnung des Haushaltes durch die Grünen erklärt.

Eine Chance bekommen hingegen zwei große Bauprojekte: Das Feuerwehrhaus in Altmoorhausen ist in einem schlechten Zustand – unklar ist nur, ob eine Sanierung genügt oder ein Neubau erforderlich wird. Einstimmig beschloss der Ausschuss, die im Haushalt veranschlagten Kosten dafür aufzuteilen auf Planung (50.000 Euro) und Grunderwerb (150.000 Euro). Letzteres würde nur bei einem Neubau erforderlich sein. Und im Falle eines Sport- und Gesundheitszentrums beim TV Hude plant die Gemeinde für 2024 schon mal eine erste von möglicherweise drei Raten über 200.000 Euro ein. Die Verpflichtungsermächtigung wird aber zunächst mit einem Sperrvermerk versehen.

Hergen Schelling
Hergen Schelling Redaktion für den Landkreis Oldenburg (Leitung)