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Freilichttheater-Projekt Bergedorf „Brudermord“ schafft es 2022 nicht auf die Bühne

2019 war die Welt noch in Ordnung: Initiator Gerd Logemann (von links), sein Bruder Herwig Logemann und seine Tochter Diana Stolle aus dem Vorstand des Vereins zur Förderung der Dorf- und Kulturgemeinschaft Bergedorf stellten die Mittelalter-Tragödie „Brudermord“ zusammen mit Regisseur Markus Weise vor.

2019 war die Welt noch in Ordnung: Initiator Gerd Logemann (von links), sein Bruder Herwig Logemann und seine Tochter Diana Stolle aus dem Vorstand des Vereins zur Förderung der Dorf- und Kulturgemeinschaft Bergedorf stellten die Mittelalter-Tragödie „Brudermord“ zusammen mit Regisseur Markus Weise vor.

Archiv/Antje Rickmeier

Bergedorf - Gerade erst war das Sommertheater in Bergedorf noch als Programmpunkt der Ganderkeseer Gästeführungen für 2022 angekündigt worden – jetzt steht fest: Es wird abermals um ein Jahr verschoben. Das habe der eigens gegründete Verein zur Förderung der Dorf- und Kulturgemeinschaft Bergedorf nach intensiver Diskussion bei seiner Mitgliederversammlung in der vorigen Woche entschieden, teilte Regisseur Markus Weise am Montagabend im Auftrag des Vereins mit.

Die Vorgeschichte

Eigentlich hatte das historische Stück „Brudermord“ bereits 2020 Premiere feiern sollen. Aufgrund der Pandemie wurde die aufwändige Inszenierung, für die mehrere große Förderer Finanzierungszusagen gemacht und diese trotz der Verschiebungen aufrecht erhalten hatten, zunächst auf 2021, dann auf 2022 vertagt. Das Skript ist fertig, auch die Kulissen stehen fix und fertig auf dem Hof Logemann bereit. Dass die Premiere nun erst für den 6. Juli 2023 und die zwölf weiteren Aufführungen bis zum 26. August 2023 angesetzt sind, hat laut Weise mehrere Gründe – und nur einer davon ist die unvorhersehbare Entwicklung der Corona-Pandemie und der damit verbundenen möglichen Einschränkungen.

Die Besetzung

„Durch die Pandemie ist über die Hälfte des Ensembles weggefallen“, erklärt Weise. Und die Nachbesetzung gestalte sich nicht zuletzt deshalb schwierig, weil Veranstaltungen und Treffen, bei denen neuen Mitwirkende aktiv hätten angesprochen werden können, weggefallen seien. Aktuell sind laut Weise fünf große Sprechrollen – darunter die Hauptrolle – unbesetzt. „Es gab viele Zusagen, aber leider fehlt das passende Alter“, so der Regisseur weiter. Benötigt würden je zwei Männer Mitte 20 und Ende 40 sowie eine weibliche Darstellerin im Alter von Ende 20 Jahren.

Das Publikum

Auch die allgemeine Zurückhaltung des Kulturpublikums seit der Pandemie bewog die Theatermacher zur erneuten Verschiebung. „Viele (Privat-)Theater haben aktuell ihre Vorstellungen um 50 Prozent reduziert oder den Spielbetrieb komplett eingestellt, da keine Karten verkauft werden“, sagt Weise, der selbst als Schauspieler unter anderem zum festen Ensemble des Boulevardtheaters Bremen gehört. Viele seien schlicht verunsichert. In dieser Situation als neuer Verein einen Vorverkauf zu starten, sei mehr als schwer.

Der Infektionsschutz

Auch den Infektionsschutz innerhalb des Ensembles führen Weise und seine Mitstreiter als Argument gegen eine Aufführung in diesem Jahr an. So seien viele der Schauspieler und Schauspielerinnen zwar mehrfach geimpft, doch man wolle alle schützen. „Wir proben zum Teil mit 20 bis 30 Leuten. Wenn zum Beispiel jemand während der Proben an Corona erkrankt, sind alle Kontaktpersonen“, macht Weise deutlich. Im schlimmsten Fall seien nicht nur die Proben von Ausfällen betroffen, sondern sogar die Premiere oder eine andere Aufführung.

„Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen, aber hierbei müssen leider emotionale Gründe hinten angestellt werden“, erklärt Weise. „Eine Absage fällt mir als Regisseur und Theatermacher natürlich schwer. Als Berater war es aber auch meine Empfehlung. Ich erlebe, wie Theater aktuell im Profibereich funktioniert oder eben gerade nicht funktioniert.“ Vorstellungen müssten aufgrund von Krankheit komplett ausfallen oder verschoben werden. „ Wir können lieber ein weiteres Jahr warten und dann hoffentlich ohne weitere Einschränkungen ein tolles Sommertheatererlebnis schaffen.“

Karoline Schulz
Karoline Schulz Redaktion Ganderkesee
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