Wildeshausen - Wenn die Feuerwehr anrückt, obwohl kein Brand vorliegt: Immer wieder werden Freiwillige Feuerwehrleute durch Fehlalarme von Brandmeldeanlagen aus dem Bett gerissen oder von der Arbeit abgehalten. Erst kürzlich waren 13 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Wildeshausen zu einer Wohneinrichtung der Geest Höfe gerufen worden. Der Ortsbrandmeister Lutz Ertelt war in der Nähe des Einsatzortes und kam deshalb als Erster an. Dort wurde schnell klar, dass es sich um einen Fehlalarm handelte, der vermutlich durch Zigarettenrauch ausgelöst worden war. „Ein solcher Fehlalarm fällt unter die Kategorie mutwillige Auslösung“, sagt Daniel Engels, Pressewart der Freiwilligen Feuerwehr Wildeshausen.
Hohe Kosten
Engels weist darauf hin, dass die Einsätze grundsätzlich kostenlos sind; rücken die Einsatzkräfte aber an und es liegt kein Brand vor, wird dem Hausbesitzer oder dem Verantwortlichen eine Rechnung gestellt. Diese kann enorm hoch ausfallen. Denn für jeden Einsatz müssen die Feuerwehrleute, die Einsatzwagen und Verbrauchsmaterialien bezahlt werden. Ein weiteres Beispiel für mutwillige Fehlmeldungen ist das Eindrücken eines Druckmelders, wie er häufig in Schulen oder Sporthallen zu finden ist. Ausgelöste Alarme durch Dampfbildung bei Reinigungs- oder Küchenarbeiten seien ein besonderer Fall, gelten in der Regel aber nicht als mutwillig. Dies seien häufig die Gründe für Fehlalarme, so Engels.
Die Freiwillige Feuerwehr Wildeshausen hatte im laufenden Jahr bereits 217 Einsätze – wesentlich mehr als noch im vergangenen Jahr. Eine hohe Belastung für die Brandbekämpfer, vor allem wenn es Fehlalarme sind: „Wir sind Freiwillige, das heißt, wir müssen von der Arbeit weg oder werden von Freizeitaktivitäten abgehalten“, sagt Engels. Um Fehlalarmen vorzubeugen, hat Engels mehrere Möglichkeiten parat: „Zunächst einmal ist die Wartung der Anlagen enorm wichtig.“ Alleine dadurch ließen sich viele unnötige Einsätze vermeiden.
Unterschiedliche Varianten
Außerdem gebe es unterschiedliche Meldertypen: Dabei seien optische Brandmeldeanlagen, der klassische Rauchmelder, die am häufigsten verwendete Variante. „Diese lösen bei Dampf oder Rauch aus“, sagt Engels. Genau das sei aber das Problem: „Bei Wärmemeldern, die entweder den Hitzeanstieg in einem Bereich oder einen maximalen Hitzewert bemessen, treten wesentlich seltener Fehlalarme auf. Aber diese Varianten sind teurer. Meistens wird die günstigste gewählt“, so Engels.
Deswegen appelliert er: „Man sollte in dieser Hinsicht mehr investieren. Die Wärmemelder funktionieren besser und geben seltener falschen Alarm.“ Des Weiteren müsse man die Kosten für einen Fehlalarm bedenken: „Die kostenpflichtigen Einsätze sind auf lange Sicht wesentlich teurer. Wenn häufiger die Feuerwehr anrücken muss, ohne dass etwas passiert ist, sollte man sich das gut überlegen“, so Engels. Grundsätzlich weist er aber darauf hin, dass eine Fehlmeldung „ohne böse Absicht“ nicht in Rechnung gestellt wird. „Wir kommen immer gerne und sind für jeden Einsatz bereit – aber eben nur bis zu einem bestimmten Grad“, sagt Engels.
