Wildeshausen - Neue Hoffnung gibt es für die Gruppen und die Ehrenamtlichen, die das Mehrgenerationenhaus in Wildeshausen nutzen: Nach der Schließung zum Jahresende, die der Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) als bisheriger Träger angekündigt hat, könnten die Angebote und Treffen unter neuer Trägerschaft fortgeführt werden. Diese Chance deutete sich am Mittwochvormittag bei einem „Runden Tisch“ im Wildeshauser Rathaussaal an.
Fördermittel nötig
„Wir wollen einen Schnitt machen und den Blick in die Zukunft richten“, warb eingangs Landrat Christian Pundt, der die Besprechung gemeinsam mit Wildeshausens Bürgermeister Jens Kuraschinski moderierte, für einen konstruktiven Dialog. Die Stadt und der Landkreis haben das Mehrgenerationenhaus (MGH) in der Wildeshauser Bahnhofstraße bisher mit jeweils 5000 Euro pro Jahr unterstützt. Den Großteil zur Finanzierung aller Angebote trug eine jährliche Förderung von 40.000 Euro aus Bundesmitteln bei. Sie soll nun schnell für 2023 beantragt werden.
Das Geld genügte zuletzt aber offenbar nicht mehr, um den Betrieb zu sichern: Seit 2018 habe es Jahr für Jahr Defizite „im hohen fünfstelligen Bereich“ gegeben, so hatte DRK-Kreisgeschäftsführerin Grazina Urmonas die angekündigte Schließung zum Jahresende begründet. Auch ein künftiger neuer Träger werde zunächst auf die Finanzierbarkeit eines Mehrgenerationenhauses schauen, hieß es am Mittwoch im Rathaussaal: „Es bedarf einer soliden Planungsgrundlage“, sagte eine Vertreterin der Johanniter aus Oldenburg.
Daran wird jetzt gearbeitet: Bürgermeister Kuraschinski und Landrat Pundt sicherten den zahlreich erschienenen Vertretern von Selbsthilfegruppen und Vereinen, den Organisatoren von Betreuungs- oder Treffpunkt-Angeboten sowie den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern im Mehrgenerationenhaus zu, dass Stadt und Kreis die weitere Entwicklung intensiv begleiten und voranbringen wollen. Dabei geht es in erster Linie um den raschen Aufbau einer neuen Trägerschaft und die Sicherung einer Immobilie für die Zwecke des MGH. Erste Gespräche, auch mit potenziellen Trägern, wurden noch am Mittwoch im Anschluss an den Runden Tisch geführt.
Das DRK will einer neuen Zukunft des MGH keine Steine in den Weg legen, im Gegenteil: Kreisgeschäftsführerin Urmonas sagte, ein Trägerwechsel sei aus Sicht des Roten Kreuzes kein Problem und die Räume in der Bahnhofstraße könnten „für eine Übergangszeit“ weiter von den Gruppen und Anbietern genutzt werden.
Die engagierten Ehrenamtlichen des MGH haben aber schon eine neue Immobilie im Auge: Im Eckhaus Westertor/Deekenstraße seien ihnen 230 Quadratmeter auf zwei barrierefrei verbundenen Etagen angeboten worden, berichtete ihre Sprecherin Annette Grummt.
Geeignete Räume
Die Räume, die zuletzt als Blumengeschäft und davor lange für gastronomische Zwecke genutzt wurden, wären gut geeignet für die Angebote und Veranstaltungen des MGH. Bevor diese Immobilie gesichert werden kann, müsste aber zunächst ein neuer Träger eingebunden werden. Die ehrenamtlichen Unterstützer des MGH sind weiterhin dankbar für jede Hilfe (Kontakt Tel. 0157 7444 3820).
