Dötlingen/Großenkneten - Auf einem Bild sind in blauer Farbe viele Gesichter – zum Teil wirken sie verzerrt – zu sehen. Ein kleineres Bild zeigt einen Bach, ruhig, unberührt. Wasser kann bedrohlich und friedlich sein. Das zeigen die Arbeiten von Petra Timmas. Die Großenkneterin ist das neue Mitglied im neunköpfigen Team der Galerie.4 in Dötlingen.
Seit 1996 selbstständig
Fünf Monate hat sie an dem Projekt „Stand, Land, Fluss“ gearbeitet, das durch ein Stipendium des Corona-Sonderprogramms „Niedersachsen dreht auf“ gefördert wurde. Sowieso sei es hilfreich gewesen, dass während der Pandemie Stipendien angeboten wurden, erzählt die Künstlerin. Sie selbst sei gut durch die Krise gekommen: Ihr Arbeitsalltag im Atelier habe sich nicht verändert.
Seit 1996 ist Timmas selbstständig, lebt seit 2014 in Großenkneten und hat in ihrem Zuhause ihr Atelier eingerichtet.
Zuvor hatte die gebürtige Oldenburgerin Textildesign in Reutlingen studiert, bildete sich anschließend in Freier Kunst in Bielefeld weiter. Dort schloss sie sich 2004 dem Bund bildender Künstlerinnen und Künstler an, dem sie noch heute angehört. Das Malen habe sie schon immer begleitet, sagt sie rückblickend.
Weitere Ausstellungen von Petra Timmas sind in den kommenden Monaten zu sehen: vom 19. Mai bis 20. Juni im Wildeshauser Kreishaus, vom 24. Juli bis 21. August in der BBK-Galerie in Oldenburg sowie vom 18. September bis 30. Oktober in der Galerie N in Nienburg.
Die Galerie.4 am Rittrumer Kirchweg 4 in Dötlingen öffnet mittwochs bis samstags,15 bis 17.30 Uhr sowie sonntags von 11 bis 17.30 Uhr. Von April bis Oktober wird die Öffnungszeit jeweils bis 18 Uhr verlängert.
Vor einem Jahr dann las sie in der Zeitung über die Eröffnung der Produzentengalerie Galerie.4 in Dötlingen: Sie bewarb sich – das Team war aber bereits zusammengestellt. Jetzt, da zwei Künstler die Galerie verließen, meldete sich Künstlerin und Initiatorin Anne Hollmann bei ihr. Petra Timmas konnte nachrücken.
Unter anderem zeigt sie Bilder in Cyanotypie, auch Blaudruck genannt. „Es ist spannend, damit Erfahrungen zu sammeln“, erzählt die Künstlerin, die dieses Verfahren zuvor noch nicht angewandt hatte. Neben Meer mit Gischt – die Bilder sind ausschließlich blau-weiß – hat Timmas unter anderem Stadtkarten abgedruckt. Diese sind in dem eigens gebundenen Buch „Der goldene Ring“ zu sehen. In dem Werk, das in der Galerie ausliegt, fasst sie Berichte aus alten Chroniken über Sturmfluten zusammen. Es gehe dabei um den Kampf der Menschen gegen die Naturgewalt: Die Flutkatastrophe im Sommer 2021 im Ahrtal habe gezeigt, „wie wenig sicher wir sind“.
Korallen-Figuren
Gräben und Flüsse malte die Großenkneterin mit Tusche. Diese Technik decke die ganze Bandbreite ab – von ganz fein bis zerlaufend. Beim Zerlaufen der Farbe habe sie nur bedingt Kontrolle, was mit dem Bild passiere: „Das ist für mich dann auch spannend.“ Das Thema Tiefsee begleite sie zudem seit drei, vier Jahren, schätzt die Künstlerin. „Ich finde es faszinierend: eine verborgene Welt“, sagt sie.
Figuren aus Keramik und Porzellan, die aussehen wie Korallen, ergänzen daher die Ausstellung.
