Ganderkesee - Nach dem Brandanschlag auf das ehemalige Ganderkeseer Bahnhofsgebäude und seine Gastronomie „Don Gantero“ hat eine Sonderkommission monatelang intensiv ermittelt – am Ende ergebnislos. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Oldenburg das Verfahren eingestellt. Die Tat sei nicht aufzuklären. Im Dunkeln bleibe somit auch, ob die Brandstiftung tatsächlich einen rechtsmotivierten Hintergrund hat, teilte die Staatsanwaltschaft am Donnerstag auf Nachfrage unserer Redaktion mit.
Hintergründe ungeklärt
Beobachter der rechten Szene hegen dennoch weiterhin den Verdacht, dass die Tat Teil einer Serie rechter Brandstiftungen im Bremer Raum ist. Denn ebenso wie in Ganderkesee wurden an den beiden anderen Brandorten, ebenfalls Lokale, die von Menschen mit Migrationshintergrund geführt worden waren, rechtsradikale Symbole gefunden. Beweise für diese Annahme gebe es keine, stellte die Staatsanwaltschaft noch einmal klar.
Bei dem verheerenden Feuer war das Gebäude in der Nacht zum 15. Oktober 2020 trotz des raschen Einsatzes von 125 Feuerwehrleuten stark beschädigt worden. Die Polizei stellte noch während der Löscharbeiten Einbruchsspuren fest und stellte Flaschen mit Brandbeschleuniger sicher. Im Objekt außerdem: rechte Schmierereien, ein Hakenkreuz sowie die Zahl „88“.
So geht es weiter
Die ehemaligen Pächter des „Don Gantero“ haben das frühere italienische Restaurant inzwischen geräumt. An diesem Donnerstag fand eine erste Begehung der Immobilie im Eigentum der Gemeinde durch die Verwaltung statt – weitere werden folgen, um eine detaillierte Aufnahme des Schadens vorzunehmen. Von dem Ergebnis wiederum hänge der weitere Fahrplan für die Sanierung ab, erläuterte Gemeindesprecher Hauke Gruhn. „Eine Prognose, wann die Arbeiten beginnen können, ist zurzeit noch nicht möglich.“ Erste Schätzungen unmittelbar nach dem Brand waren von einem Gebäudeschaden in Höhe von 500.000 Euro ausgegangen. Denn das Feuer war gleich an zwei Stellen gelegt worden – im Dachgeschoss und im Keller.
Nach kurzer Diskussion innerhalb der Ganderkeseer Politik um eine andere Nutzung oder den Abriss traf der Verwaltungsausschuss (VA) Ende 2020 folgenden Beschluss: Der ehemalige Bahnhof soll in kommunalem Eigentum bleiben und kernsaniert werden.
Die Entscheidung
Auch eine weitere Nutzung als Gastronomie wurde beschlossen. Keine Chancen sah der VA somit für eine Nutzung als Markthalle, so von den Grünen vorgeschlagen, oder den Neubau eines Bürgertreffs für Vereine und Initiativen, wie von Ratsfrau Susanne Steffgen (Linke) angeregt.
