Ganderkesee - Chiara will ihre digitalen Kompetenzen verbessern. Vanessa möchte später einmal als Data-Scientist arbeiten, für Leandra ist der sichere Umgang mit allem Digitalen künftig eine Grundvoraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe. Und Vivien hat sogar ein Comic gezeichnet, um auf die vielen neuen Möglichkeiten für den Unterricht hinzuweisen.
Tablet-Klasse in Oberstufe
Wenn das Gymnasium Ganderkesee zum neuen Schuljahr erstmals eine Klasse des elften Jahrgangs als „Tablet-Klasse“ aufstellt, dann sind Vanessa Feifer, Leandra Popken, Chiara Saul und Vivien Stührmann ganz bestimmt dabei. Denn als erste Schülerinnen profitieren die vier vom neuen „Tablet-Stipendium“ des Fördervereins Freundeskreis des Gymnasiums Ganderkesee. Am Freitag überreichte der Vorsitzende Rainer Sievert den vier angehenden Oberstufenschülerinnen symbolisch IPads. „Die richtigen werden noch angeschafft“, sagte er.
Die erste Tablet-Klasse am Gymnasium Ganderkesee gab es 2014. Auf Initiative des Geschichtslehrers Marian Münch nahm damals die 10 d am bundesweiten Wettbewerb zur digitalen Schule „Ideen bewegen“ teil.
Für das Land und die niedersächsischen Schulträger stehen über den Digitalpakt von Bund und Ländern insgesamt rund 522 Millionen Euro zur Verfügung. An die Schulen in Trägerschaft des Landkreises Oldenburg gehen 3,03 Mio. Euro.
Das Gymnasium Ganderkesee erhält insgesamt 509 755 Euro (1077 Schüler, Stand Januar 2020).
Der Förderkreis will seine Stipendien in den nächsten Jahren fortsetzen, kündigte Vorsitzender Sievert an.
In der Überzeugung darin, dass der Umgang mit digitalen Geräten in Schule und Beruf bald zu den Schlüsselqualifikationen gehören wird, hatte der Freundeskreis einen Wettbewerb unter dem Motto: „Tablets und andere digitale Geräte im Schulalltag 2030 – warum ich schon jetzt ein IPad im Unterricht benutzen sollte“, veranstaltet. Wie viele Schüler und Schülerinnen daran teilgenommen hatten, mochte Schulleiterin Dr. Renate Richter nicht verraten. Den vier Gewinnerinnen dürfte das egal sein. Sie hatten jedenfalls die Jury von der Ernsthaftigkeit ihres Ziels, möglichst weit digital zum Ziel Abitur zu kommen, überzeugt.
Die Schülerinnen dürfen ihre IPads nun bis zum Abitur neben der Schule auch privat nutzen. Im Gegensatz dazu werden Leih-Tablets, die Gymnasiasten die Teilnahme an der Tablet-Klasse unabhängig von der finanziellen Situation ihrer Eltern ermöglichen, nur für den Unterricht ausgegeben, erläuterte die Schulleiterin. Das ist in den Leihverträgen des Landkreises so festgeschrieben. Trotz des Digitalpaktes von Bund und Ländern müssen die IPads generell selbst erworben werden. Dr. Richter betonte, dass die Schule beim Tablet-Einsatz ihr eigenes Tempo geht.
Ertrag im Vordergrund
„Nicht der Hype um die Endgeräte, sondern der Lernertrag steht im Vordergrund“, stellte sie fest. Um den Unterricht genau vorzubereiten, hatte sich eine Lehrerarbeitgruppe formiert. „Das Abitur“, so Richter, „wird auch weiterhin per Hand geschrieben.“ Auch komme das Üben von Handschrift nicht zu kurz.
