Ganderkesee - Nicht selten ist in den vergangenen Jahren bei den Pressekonferenzen der Gemeinschaft Ganderkeseer Vereine (GGV) zum Ganderkeseer Fasching der Satz gefallen: „Alles wie immer.“ Im Vorfeld der Session 2021/2022 gab es bislang noch keinen Pressetermin – doch seit Freitagnachmittag ist offiziell, dass kaum noch etwas so sein wird wie immer. Und dafür verantwortlich ist ausnahmsweise nicht allein die Corona-Pandemie. Diese Veränderungen plant die GGV.
Bewirtung
Bereits im vorigen Jahr sind laut GGV-Pressesprecher Timo Vetter die Verträge für die Bewirtung von Festhalle und Festzelt ausgelaufen. Es habe „Sondierungsgespräche“ mit anderen Gastronomen gegeben, mit dem Ergebnis, dass die Bewirtung nach 49 Jahren in Händen der Familie Thiemann an neue Festwirte übergeben wird. „Für viele galt Familie Thiemann als gesetzt“, so Vetter. Daher werde die Entscheidung für einige überraschend kommen. „Die GGV möchte sich bei Ulf und Heike Thiemann und dem gesamten Team für die hervorragende langjährige Zusammenarbeit bedanken“, heißt es in der Mitteilung der Faschingsveranstalter.
Die Bewirtung der Büttenabende wird im kommenden Jahr das Team der Flames-Bar mit Unterstützung des Vielstedter Bauernhauses übernehmen. Marco Stubbemann und Miriam Müllner sowie Christian und Yvonne Strackerjan konnten das Präsidium überzeugen. „Fakt ist: Die neuen Wirte treten in große Fußstapfen“, so Vetter. Die GGV wünsche dem neuen Gastro-Team viel Erfolg.
Licht und Ton
Die zweite überraschende Trennung: Auch Susanne Hesse-Neugebauer und Manfred Neugebauer, die mit ihrer Firma „Su-Ma“ 39 Jahre lang für die Licht- und Tontechnik in der Festhalle verantwortlich zeichneten, gehören nicht mehr zum Aufgebot. Auch ihnen dankt die GGV in ihrer Mitteilung für die jahrelange zuverlässige Zusammenarbeit.
Künftig soll die Band Hashtag, die 2020 im Festzelt ihr Faschings-Debüt gegeben hatte, als Live-Band nach dem Büttenabend-Programm Stimmung machen. „Die Top 40-Band entstammt der Linie der Bands Five Set und Line Six“, erklärt Vetter. Die Band bringe ihre eigene Licht- und Tontechnik mit in die Festhalle.
Feiern mit „2G“
Die derzeitige Planung der GGV sieht vor, die Büttenabende als 2G-Veranstaltungen stattfinden zu lassen – also nur geimpften und von Corona genesenen Personen Einlass zu gewähren. Gleichwohl wisse man nicht, „was die Zukunft und zukünftige Verordnungen bringen“, betont Vetter mit Blick auf die Entwicklung der Pandemie. „Wir freuen uns zwar, wenn alle verkleidet erscheinen, aber nicht erzwungenermaßen maskiert.“ Mit „2G“ ist das Feiern und Tanzen ohne Maske und Mindestabstand möglich.
Umzug
Auch beim Fasching um den Ring bricht die GGV im nächsten Jahr mit alten Traditionen: Vetter spricht von einer „Optimierung“ der Umzugsstrecke: Statt durch den Steinacker wird sich der närrische Lindwurm – so er das darf – 2022 durch Raiffeisenstraße und Atlasstraße schlängeln. Die Passage über den Steinacker und die spitze Kehre am Schießstand entfallen. „Die Strecke ist komprimierter und effektiver“, sagt Vetter. Dadurch könnten die öffentliche Wahrnehmung, die Abläufe in der Überwachung und die Reinigung vereinfacht werden. „Wir erwarten auch eine schnellere Freigabe der Hauptstraßen nach dem Umzug. Diese Änderungen müssen wir testen, glauben aber ganz fest an die positiven Auswirkungen.“
Hintergründe
„Wenn man etwas ändert, weiß man nicht sicher, ob es besser wird. Aber wenn man nichts ändert, bleibt alles beim Alten“, sind Timo Vetter und das übrigen GGV-Präsidium überzeugt. Eine funktionierende Veranstaltung benötige Erneuerung.
Veränderungen haben laut Vetter schon bei der GGV schon vor der Corona-Session ganz oben auf der Agenda gestanden. „Jeder Stein wurde dabei umgedreht und jede Ausgabe elffach hinterfragt“, so der Pressesprecher. Sein Appell an die Ganderkeseer Narren: „Seid offen für Neues, gebt Änderungen eine Chance. Früher war zwar alles besser, aber es wird eh nie wieder wie früher. Es wird anders. Wir wollen das Beste draus machen.“
