Ganderkesee/Gambia - Seine Reisen nach Gambia sind für den Bookholzberger Christian Göken immer mit Unsicherheit verbunden. Erst vor Ort kann der Vorsitzende des Vereins „Riverboat Doctors International“ (RDI) wirklich einschätzen, wie es um die Gesundheitsstation und den Kindergarten im Dorf Buniadu gerade bestellt ist.

Am Dienstag ist Göken von einem dreiwöchigen Aufenthalt in Gambia zurückgekehrt – überaus zufrieden: „Das Health Center ist komplett renoviert worden, genau wie der Kindergarten“, berichtet er. Die Patientenzahlen seien gestiegen – auf etwa 150 bis 200 pro Woche. Auch die neue Leitung durch einen Pfleger und eine Krankenschwester habe sich bewährt. „Die beiden sind im Dorf sehr anerkannt“, so Göken.

Verein kooperiert mit Projekthilfe

Seit elf Jahren betreibt der in Bookholzberg ansässige Verein „Riverboat Doctors International“ (RDI) die Gesundheitsstation im Dorf Buniadu/Gambia. Seit Frühjahr 2017 kooperiert RDI mit der deutschen Projekthilfe Gambia, deren örtlicher Partner, die Nichtregierungsorganisation „Project Aid The Gambia“, die Leitung vor Ort übernahm.

Der Verein RDI wurde 2004 von einem damals in Ganderkesee lebenden Ehepaar gegründet, das auch mehrere Jahre lang die Gesundheitsstation leitete. Der Verein zählt heute etwa 80 Mitglieder in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Im August 2017 übernahm RDI auch die Leitung des Kindergartens, der sich neben der Gesundheitsstation befindet. Etwa 35 000 Euro jährlich benötigt der Verein an Spendenmitteln, um beide Einrichtungen betreiben zu können.

Auf die Unterstützung von Freiwilligen müssen die 15 Mitarbeiter allerdings vorerst verzichten. Für sie baut der Verein zusammen mit seinem Kooperationspartner Projekthilfe Gambia aktuell neue Unterkünfte. „Letzte Woche wurden die Fundamente ausgehoben und die ersten 1000 Mauersteine hergestellt“, erzählt Göken. Bis zum Herbst sollen die neuen Gebäude fertig sein, die künftig als Unterkünfte für Freiwillige und Mitarbeiter dienen. Anders als die bisherigen Unterkünfte werden sie an die Wasserleitung der Gesundheitsstation und die Solaranlage angeschlossen sein. Parallel erweitert RDI auch den Kindergarten um einen dritten Klassenraum, um künftig statt 80 etwa 100 Kinder bis zum Vorschulalter betreuen zu können.

Ein besonderes Treffen stand für Göken bei seinem jüngsten Aufenthalt in Afrika an: Er begleitete Matthias Ketteler, den Vorsitzenden der Partnerorganisation, zu einem Treffen mit Adama Barrow, dem Präsidenten der Republik Gambia. Besprochen wurde die schwierige Situation der ländlichen Gesundheitsstationen.

Auch in Deutschland waren die RDI-Mitglieder unterdessen nicht untätig: Am Pfingstwochenende wurde auf dem Firmengelände von Vereinsmitglied Uwe Schwager in Hoyerswege ein Container mit Hilfsgütern beladen. Er ist seit Dienstag per Schiff nach Gambia unterwegs. An Bord sind gespendete Baumaterialien wie Fliesen, Türen und Sanitärkeramik, aber auch Arbeitshosen, Fußballschuhe, ausgediente Rollstühle, Rollatoren und Fahrräder sowie jede Menge Spielzeug und eine Nestschaukel für den Kindergarten.

Karoline Schulz
Karoline Schulz Redaktion Ganderkesee